Keine zusätzlichen Medizin-Studienplätze trotz Ärztemangel

Trotz anhaltendem Ärztemangel erhöht der Zürcher Regierungsrat die Studienplätze für Medizin nicht.

, 28. August 2025 um 09:01
image
An der Universität Zürich wird es auch im kommenden Jahr 2026/27 nicht mehr Medizinstudierende geben. Bild: zvg
Der Zürcher Regierungsrat wird die Anzahl Studienplätze für die Medizin an der Universität Zürich im Jahr 2026/27 nicht erhöhen – entgegen der Forderung des Kantonsrats nach einer «drastischen Erhöhung».
Wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilte, sollen im nächsten Sommer wie in diesem Jahr 380 Studentinnen und Studenten neu an der Medizinischen Fakultät beginnen. Davon entfallen 50 Plätze auf die Zahnmedizin, 90 auf die Veterinärmedizin.
Für die Masterstudiengänge ab 2029/30 legt der Regierungsrat ebenfalls unverändert 393 Plätze für die Humanmedizin, 70 für die Veterinärmedizin und 41 für die Zahnmedizin fest. 40 Plätze der Humanmedizin sind für gemeinsame Masterstudiengänge mit den Universitäten Luzern und St. Gallen vorgesehen, 20 für die Chiropraktik.

Numerus Clausus

Erst im Frühling 2026 wird entschieden, ob vor Studienbeginn der Numerus Clausus nötig ist. Zwar beschloss das nationale Parlament 2024 die Abschaffung des Numerus Clausus per Motion, doch der Regierungsrat betonte, dass dies keine Auswirkungen auf die kantonalen Universitäten habe: «Der Bund verfügt in diesem Bereich über keine Kompetenzen», hiess es.
Eine weitere Forderung des Kantonsrats, bis 2028 500 neue Studienplätze zu schaffen, wurde bislang nicht umgesetzt. Der Regierungsrat hat jedoch noch Zeit bis November, um dem Kantonsrat einen Bericht zu diesem Postulat vorzulegen.

Regierungsratsbeschluss Nr. 803/2025

  • Mehr Medizin-Studienplätze = bessere ärztliche Versorgung
Wo es Studienplätze gibt, siedeln sich mehr Ärzte an: Das zeigen Daten aus Deutschland. Der sogenannte Klebeeffekt könnte zum Argument für Investitionen in Medizin-Fakultäten werden.

  • medizinstudium
  • numerus clausus
  • universität zürich
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

J&J und der Health Science Club: Brücke zwischen Industrie und Wissenschaft

Johnson & Johnson fördert die nächste Generation von Healthcare-Innovatoren durch eine enge Zusammenarbeit mit Studierendenorganisationen der ETH Zürich und der Universität Zürich.

image

Todesfall wirft Fragen zur Zulassung ausländischer Ärzte auf

Rund 3000 Ärzte arbeiten in der Schweiz ohne offiziell anerkanntes Diplom. VSAO-Präsident Severin Baerlocher fordert im «Tagesanzeiger», den Ärztebestand vorrangig mit hier ausgebildeten Fachkräften zu sichern.

image

Zürich will hunderte neue Medizin-Studienplätze schaffen

Mit dem Projekt «Med500+» steigt die Zahl der Plätze für Studienanfänger von 430 auf 700. Zehn neue Professuren sind geplant.

image

Medizin-Universitäten: Bern überrascht in weltweitem Fachvergleich

Im «Shanghai-Ranking» der führenden Medizin-Hochschulen schneidet die Uni Bern unter den Schweizer Standorten am besten ab. In der Zahnmedizin schafft sie es sogar in die Weltspitze.

image

Medizinstudium: Berns Parlament setzt ein klares Zeichen

Ohne Gegenstimmen nahm der Grosse Rat einen Vorstoss an, der mehr Studienplätze verlangt. Auch soll der Kanton dafür neue Bauten sowie Fördermassnahmen für unterversorgte Medizin-Fachrichtungen finanzieren.

image

Zürich lehnt Pflegepraktikum für angehende Ärzte definitiv ab

In Zürich müssen angehende Medizinstudierende vor Studienbeginn kein Pflegepraktikum absolvieren – der VSAO begrüsst den Entscheid.

Vom gleichen Autor

image

Patrick Bader wird Chefarzt am Kantonsspital Glarus

Ab Oktober 2026 übernimmt Patrick Bader die Leitung der Medizinischen Klinik und des Departements Medizin am Kantonsspital Glarus. Er folgt auf Thomas Brack, der nach über 20 Jahren am KSGL in den Ruhestand tritt.

image

Schweiz lockert Regeln für Blutspender

Ab Anfang Februar dürfen in der Schweiz wieder mehr Menschen Blut spenden – darunter Personen mit früheren Transfusionen, längeren Aufenthalten in Grossbritannien oder nach bestimmten medizinischen Eingriffen.

image

PDAG: Weniger Fremdpersonal, höhere Patientensicherheit

Seit einem Jahr können Mitarbeitende der Psychiatrischen Diensten Aargau ihre Dienste flexibel gestalten – die Kosten für externe Fachkräfte sinken seither, CIRS-Meldungen gehen zurück.