PDAG: Weniger Fremdpersonal, höhere Patientensicherheit

Seit einem Jahr können Mitarbeitende der Psychiatrischen Diensten Aargau ihre Dienste flexibel gestalten – die Kosten für externe Fachkräfte sinken seither, CIRS-Meldungen gehen zurück.

, 13. Januar 2026 um 10:41
image
Pflegefachmann in der Alterspsychiatrie. Bild: zvg
Ein Jahr nach Einführung des 3-Säulen-Modells bei den Psychiatrischen Diensten Aargau (PDAG) zeigt sich: Die Kosten für Fremdpersonal sind um 75 Prozent gesunken, die Teams stabiler und die Patientensicherheit höher.
Seit Anfang 2025 können Pflege- und Sozialpädagogik-Fachpersonen bei den PDAG ihre Einsätze flexibel gestalten. Das 3-Säulen-Modell kombiniert feste Dienste im Stammteam mit Pool-Einsätzen, die nach Verfügbarkeit oder spontaner Bereitschaft abgerufen werden – finanzielle Anreize inklusive.
«Die freiwerdenden Mittel investieren wir gezielt in unsere eigenen Mitarbeitenden», sagt Aline Montandon, Leiterin Pflege, Bildung und Sozialdienst. «Das stärkt die Teams, sorgt für mehr Kontinuität und wirkt sich positiv auf die Behandlungsqualität aus.»

Weniger CIRS-Meldungen

Trotz hoher Auslastung auf den Stationen sank die Zahl der CIRS-Meldungen und Beschwerden deutlich. Diese anonymen Meldungen von Mitarbeitenden über kritische Ereignisse helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Patientensicherheit zu erhöhen. «Die Entwicklung zeigt, wie wichtig stabile Stammteams und Pool-Mitarbeitende für die Qualität und Sicherheit der Versorgung sind», so Montandon.
So funktioniert das Modell:
  1. Einsatz im Stammteam «steady» mit spontaner Bereitschaft einzuspringen: Mitarbeitende, die kurzfristig beispielsweise für eine erkrankte Kollegin oder einen erkrankten Kollegen einspringen, erhalten eine Einspringpauschale von 150 Franken pro Einsatz. Dienstzeitwechsel (mindestens halber Dienst) wird mit 75 Franken belohnt. «Steadys» arbeiten im Monatslohn mit festen Arbeitszeiten und regulärer Diensteinteilung.
  2. Einsatz im Personalpool «flex ready» mit flexibler Bereitschaft einzuspringen: Pflegefachpersonen können ihre Verfügbarkeiten flexibel gestalten, melden diese aber verbindlich 30 Tage im Voraus. Sie werden durch die PDAG auf die Dienste zugeteilt und erhalten eine Einspringpauschale von 84 Franken pro Einsatz zusätzlich zum Stundenlohn.
  3. Einsatz im Personalpool «flex basic»: Die Mitarbeitenden wählen ihre Dienste selbst und profitieren von der bewährten grossen Flexibilität bei der Dienstgestaltung.
  • PDAG
  • mitarbeiterförderung
  • psychiatrie
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Stellvertreter für IPW-Direktor Stefan Lichtensteiger

Benjamin Dubno übernimmt vorübergehend die Leitung der Integrierten Psychiatrie Winterthur - Zürcher Unterland.

image

Neuer Direktor soll forensische Psychiatrie in Bern vorwärts bringen

Der neue Chefarzt kommt aus der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Er bringt Erfahrung in Hochsicherheitsforensik mit.

image

BAG: Gesundheitskosten steigen um 5,2 Prozent

Gemäss dem aktuellen Kostenmonitoring des Bundesamtes für Gesundheit wuchsen die Ausgaben für Spitex-Leistungen am stärksten, gefolgt von der Psychotherapie.

image

Generation Smartphone – Generation Stress

Psychische Probleme bei Jugendlichen nehmen seit Jahren zu. Eine neue Langzeitstudie legt nun nahe, dass das Smartphone dabei nicht nur eine Nebenrolle spielt.

image

Psychiatriezentrum Oberwallis mit neuer Klinikleitung

Michele Marchese übernimmt die Klinikleitung des Psychiatriezentrums Oberwallis am Spitalzentrum Oberwallis.

image

PDAG: Politik fordert mehr Transparenz

Der Tod des jungen Mannes in der Klinik Königsfelden beschäftigt nicht nur die Justiz, sondern auch die Politik.

Vom gleichen Autor

image
Nachgefragt bei Adrian Schmitter

Insel Gruppe: «Ein gutes Jahr reicht nicht»

Mit 134,8 Millionen Franken erzielt die Insel Gruppe das beste Resultat ihrer jüngeren Geschichte. Verwaltungsratspräsident Adrian Schmitter sieht darin den Lohn ausserordentlicher Leistungen der Mitarbeitenden – warnt aber vor Selbstzufriedenheit.

image

Zürich: Fast eine halbe Milliarde für die nächste Ärztegeneration

Der Zürcher Kantonsrat bewilligt 25 Millionen Franken für das Projekt «Med500+». Ab 2030 sollen an der Universität Zürich jährlich 700 statt 430 Studierende Humanmedizin beginnen.

image

Vom Inselspital nach Thun: Claudio Schneider wird Chefarzt

Claudio Schneider, derzeitig Oberarzt am Inselspital Bern, übernimmt per 2027 die Leitung der Medizinischen Klinik in Thun. Er folgt auf Thomas Zehnder.