Freiburger Spital: Gewalttätiger Patient verurteilt

Gewalt, Beleidigungen und rassistisches Verhalten gegenüber dem Personal des HFR haben einem Patienten eine Verurteilung eingebracht.

, 22. Oktober 2025 um 12:39
image
Kantonsspital Freiburg | Bild: HFR, DR
Ein 40-jähriger Patient des Freiburger Spitals (HFR) wurde wegen mehrfacher Übergriffe auf das Spitalpersonal zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt, mit einer Probezeit von 5 Jahren. Zusätzlich erhielt er eine Geldstrafe von 600 Franken sowie rund 550 Franken Gerichtskosten, wie die Zeitung «La Liberté» berichtet.
Der Mann war im Jahr 2023 während seines Aufenthalts im HFR wiederholt verbal, körperlich und rassistisch gegen das Personal vorgegangen. Laut Gerichtsdokumenten bedrohte er unter anderem eine Pflegfachfrau mit einem Messer, sperrte eine weitere Pflegerin im Badezimmer ein und berührte eine Mitarbeiterin unsittlich.

Aggressiv & rassistisch

Einige Monate später kam der Mann, der unter Beistandschaft steht, erneut ins Spital und zeigte erneut aggressives Verhalten. Er griff einen Sicherheitsbeamten an und äusserte rassistische Beleidigungen. Insgesamt habe sich sein Aufenthalt über acht Tage gezogen, welche von wiederholten Störungen und Angriffen geprägt gewesen seien.
Im Folgejahr soll der Mann zudem zwei Angestellte seines Wohnheims geschlagen und bei seiner Festnahme einen Polizisten verletzt haben.
Der Fall verdeutlicht die zunehmende Problematik von Gewalt gegen Pflegepersonal. Zahlreiche Initiativen fordern bessere Schutzmassnahmen, und mehrere Spitäler haben bereits ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft und Mitarbeitende im Umgang mit aggressivem Verhalten geschult.
  • «Nulltoleranz» gegenüber Aggressionen am Spital Wallis. 68 Prozent mehr Fälle von asozialem Verhalten in zwei Jahren – Eine neue Richtlinie und eine Sensibilisierungskampagne sollen künftig das Personal vor Übergriffen durch Patienten und Angehörige schützen.
  • Bundesrat soll Bericht über Gewalt gegen Gesundheitspersonal liefern. SP-Nationalrätin Farah Rumy will Vorfälle systematisch erfassen lassen, damit das Personal besser geschützt werden kann.
  • «Das Spital wird als rechtsfreier Raum wahrgenommen». Gewalttätige Patienten und Angehörige belasten das Gesundheitspersonal – doch Konsequenzen haben sie kaum zu fürchten. Das muss ändern, sagt Pflegefachmann und Aggressions-Trainer Stefan Reinhardt.
  • Gewalt im Spital: In Italien ruft man schon nach dem Militär. Auch im Nachbarland werden die Attacken aufs Gesundheitspersonal zum Politikum. Ein Spitaldirektor stellt klar: Entweder es geschieht etwas – oder der Notfall wird geschlossen.

  • recht
  • hfr
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Freiburger Spital: Neues Tarifsystem belastet Budget

Die Kantonsspitalgruppe HFR rechnet im kommenden Jahr mit einem Defizit von 25,6 Millionen Franken.

image

Walliser Hausarzt übersah Aneurysmaruptur – verurteilt

Die Patientin erlitt Hirnblutungen. Das Kantonsgericht verurteilte deswegen ihren Hausarzt.

image

Mehr Betten für ältere Patienten: HFR hat «Winter-Dispositiv»

Das Freiburger Spital bereitet sich auf die Wintermonate vor und kann nun mehr geriatrische Patienten behandeln.

image

Neuenburger Psychiaterin muss 173'000 Franken zurückzahlen

Das Bundesgericht bestätigt die unwirtschaftliche Praxisführung. Die Kosten waren mehr als doppelt so hoch wie bei Kollegen.

image
Der Rechtsfall der Woche

Indexklauseln – Schlüssel zu stabilen Tarifpartnerschaften in der Zusatzversicherung

Sie ermöglichen Planungssicherheit, senken Verhandlungskosten und sorgen für Transparenz. Dennoch begegnen Versicherer Indexklauseln mit Skepsis. Sie fürchten regulatorische Stolpersteine – zu Recht?

image

Wenn qualifizierte Therapeuten als «in Ausbildung» gelten

Die Bewilligungspflichten sorgen für Verdruss in der Physiotherapie. Berufseinsteiger geraten ins Abseits, Praxen sehen sich bedroht. Der Branchenverband SwissODP fordert von den Kantonen mehr Pragmatismus – und mehr Respekt vor Diplomen.

Vom gleichen Autor

image

Reorganisation bei Swiss Medical Network

Genf und das Waadtland werden in der Region «Arc Lémanique» zusammengefasst, geleitet von Stanley Hautdidier. In der Geschäftsleitung kommt es zu mehreren Veränderungen.

image

Ensemble Hospitalier de la Côte: Neue Leiterin Chirurgie

Nach Stationen am CHUV und HUG kehrt Valentine Luzuy-Guarnero zum Waadtländer Gesundheitsnetzwerk EHC zurück.

image

Medizinstudierende wählen nach Fachattraktivität

Nicht Geld oder Lifestyle entscheiden – sondern die Faszination fürs Fach: Eine aktuelle Studie zeigt, dass Medizinstudierende ihre Berufswahl vor allem nach der Attraktivität des Fachgebiets treffen.