Überlastung: HFR muss Operationen verschieben

Saisonale Grippe, Skiunfälle und Bettenmangel setzen das Freiburger Spital stark unter Druck. Nun müssen nicht dringende elektive Eingriffe verschoben werden.

, 14. Januar 2026 um 13:12
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Symbolbild: Gene Dizon auf Unsplash.
Wie viele andere Schweizer Spitäler ist auch das Freiburger Spital (HFR) zu Beginn des Jahres 2026 mit einer sehr hohen Bettenauslastung konfrontiert. Schuld ist nicht nur die saisonale Grippewelle, sondern auch die vielen Wintersportler, die bei den derzeit günstigen Wetterbedingungen auf die Skipisten gehen.
Um die Versorgung von Notfällen zu gewährleisten, war das HFR in den letzten Tagen dazu gezwungen, mehrere nicht dringende elektive Eingriffe zu verschieben, wie das Spital mitteilt.

Sofortmassnahmen unzureichend

In den letzten Wochen habe man bereits mehrere Hebel in Bewegung gesetzt. Gemäss Communiqué hat das HFR temporäre Betten geöffnet und Patientinnen und Patienten der Inneren Medizin in den Abteilungen für allgemeine Chirurgie und Orthopädie untergebracht. Auch zusätzliches internes und externes Pflegepersonal wurde mobilisiert, um die am stärksten belasteten Abteilungen zu verstärken.
Trotz dieser Sofortmassnahmen blieb die Lage am HFR angespannt, zumal eine Verlegung von Patientinnen und Patienten in andere Kantone derzeit nicht möglich ist – die dortigen Spitäler sind selbst überlastet. Als einziges Instrument, um den Patientenstrom zu regulieren, blieb also die Verschiebung planbarer Eingriffe, etwa in der Orthopädie, der HNO oder auch bei bestimmten pneumologischen Kontrollen.
Die Mitteilung weist auch auf ein bekanntes strukturelles Problem hin: Ein Teil der Betten wird von Personen belegt, die auf einen Platz in einem Alters- oder Pflegeheim warten.

Situation wird andauern

Je nach Entwicklung der Grippeepidemie und der Besucherzahlen in den Skigebieten schliesst das HFR nicht aus, dass erneut Eingriffe verschoben werden müssen. Das Spital versichert, den Umfang und die Dauer der Verschiebungen so gering wie möglich halten zu wollen, und dankt seinem Personal für seinen Einsatz und der Bevölkerung für ihr Verständnis.
Über den Freiburger Fall hinaus stellt sich die Frage, ob das System künftig in der Lage sein wird, die wiederkehrenden Saisonspitzen aufzufangen. Aktuelle Zahlen des Bundesamts für Statistik bestätigen die Auswirkungen von winterlicher Verletzungen in der Schweiz: Jedes Jahr werden rund 22'000 Notfalleinweisungen in Spitälern auf winterbedingte Unfälle zurückgeführt, was den Druck auf Notaufnahmen und Spitaldienste weiter erhöht.
  • Wintersportler treiben Walliser Notaufnahmen an ihre Grenzen. Verletzte Skifahrerinnen und Snowboarder, viele Touristen und dazu Patienten mit Bagatellbeschwerden: In der Wintersaison stossen die Notfallstationen im Wallis an ihre Grenzen - und reagieren nun mit Massnahmen.

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