Frankreichs Ärzte streiken, die Notaufnahmen sind überlastet

Quoten und niedrigere Tarife: Viele französische Ärzte und Chirurgen in Privatkliniken beteiligen sich an einem Streik von bisher unbekanntem Ausmass.

, 8. Januar 2026 um 05:15
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Plakat des Syndicats des Médecins Libéraux, der Gewerkschaft der freien Ärzte.
Seit Montag, dem 5. Januar sind französische Ärzte am Streiken. Der Streik soll zehn Tage dauern, was in der Ärzteschaft sehr selten vorkommt, und mobilisiert alle freiberuflich tätigen Ärzte, unabhängig davon, ob sie eine Praxis haben oder in einer Privatklinik arbeiten.
Diese stellen mehrere Massnahmen des Sozialversicherungsbudgets in Frage. Inmitten der Grippewelle und anderer Winterviren verweigern zahlreiche Praxen die Sprechstunden. Gleichzeitig verschieben mehrere Spezialisten, die in Privatkliniken praktizieren, Operationen. Die Fédération de l'hospitalisation privée (FHP) rechnet damit, dass zwischen dem 10. und 14. Januar 80 Prozent der Operationssäle stillstehen werden.

Bussgelder und Quoten

Unter anderem beschwerden sich die Streikenden über die verschärfte Kontrolle der Arbeitsunfähigkeitszeugnisse. Eine Allgemeinmedizinerin, die von France Info befragt wurde, erklärte, warum sie ihre Praxis diese Woche geschlossen halten wird: Die Höchstdauer für die erste Krankschreibung beträgt neu einen Monat, eine Dauer, die als «völlig unzureichend» angesehen wird. «Es gibt sehr schwere Krankheiten, die man nicht in einem Monat heilen kann. Ich denke da insbesondere an bestimmte sehr schwere Krebsarten. All das ist für den Gesundheitszustand der Patienten sehr schädlich.»
Weitere Massnahmen werden von Gewerkschaften und Fachleuten angeprangert:
  • Geldstrafen von bis zu 10'000 Euro für das Versäumnis, das Patientendossier auszufüllen oder es vor der Verschreibung einer teuren Behandlung zu konsultieren;
  • drohende Tarifsenkungen für bestimmte Behandlungen, die von der Krankenversicherung einseitig beschlossen werden
  • sowie auferlegte Quoten für Arbeitsunterbrechungen.

Notfalldienste unter «sehr hoher Anspannung»

Der Vorstand der Notfalldienste (Samu-Urgences de France) berichtet, dass die Notdienste stark überlastet seien. die Gründe dafür sind die Grippe, Schnee und Streiks. Seit Beginn des Streiks seien die Notrufe bei den nicht streikenden Rettungsassistenten, Notärzten und Allgemeinmedizinern um 30 bis 50 Prozent gestiegen. Die Gewerkschaft der Notaufnahmen beklagte, dass die Arbeitsbedingungen unhaltbar geworden seien.
Mouvement de grève des médecins généralistes (Streikbewegung der Allgemeinmediziner), France 3 Bretagne, 5. Januar 2026

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