SGO: 51 Millionen für 2 Jahre – oder es droht das Aus

Die Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin beantragt von den elf Trägergemeinden insgesamt 50,8 Millionen Franken. Sagt eine Gemeinde Nein, steht der Weiterbetrieb des Spitals in Samedan auf der Kippe.

, 24. September 2025 um 07:32
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Das Spital Oberengadin in Samedan. Bild: zvg
Der Stiftungsrat der Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin (SGO) beantragt eine zweijährige Übergangsfinanzierung durch die Trägergemeinden, um den Betrieb des Spitals Oberengadin bis Ende 2027 sicherzustellen. Die bestehende Leistungsvereinbarung läuft Ende 2025 aus.
Dies war bekannt. Nun hat der Stiftungsrat den finanziellen Rahmen präsentiert. Danach sollen die elf Gemeinden der Region in den Jahren 2026 und 2027 Beiträge von insgesamt 50,8 Millionen Franken leisten – 27,8 Millionen im Jahr 2026 sowie 23 Millionen im Jahr 2027. Damit würden sowohl die Betriebsdefizite von 15 beziehungsweise 16 Millionen Franken gedeckt als auch dringende Investitionen in Gebäude, Technik und Infrastruktur ermöglicht.
Voraussetzung ist zudem die Rückzahlung eines Kantonsdarlehens von 7,8 Mio. Franken bis 2026 sowie die Amortisation des Darlehens der Graubündner Kantonalbank.

Weiterbetrieb gefährdet

Lehnt nur eine Gemeinde die Vereinbarung ab, wäre der Weiterbetrieb gefährdet: Ohne Gemeindebeiträge wären die Mittel nach wenigen Monaten erschöpft. Im schlimmsten Fall drohten Nachlassstundung oder Konkurs – und damit die Schliessung des Spitals in Samedan.
Eine Überbrückungsfinanzierung oder andere Massnahmen zur Rettung des Spitals hat der Kanton ausgeschlossen.
Die Gemeindeversammlungen und Urnenabstimmungen finden im November und Dezember statt.
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