Freiburger Spital: Neues Tarifsystem belastet Budget

Die Kantonsspitalgruppe HFR rechnet im kommenden Jahr mit einem Defizit von 25,6 Millionen Franken.

, 14. November 2025 um 11:09
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Kantonsspital in Freiburg  |  Bild: Charly Rappo / HFR
Das Freiburger Spital (HFR) budgetiert im nächsten Jahr einen Verlust von 25,6 Millionen Franken. Das wäre eine Verbesserung gegenüber den Vorjahren. Und die Spitalleitung merkt dazu an, dass das neue ambulante Tarifsystem die Lage erschwert: Der Systemwechsel dürfte die Einnahmen um 8,5 Millionen Franken schmälern, so die Berechnungen. Ohne diesen Schritt würde der budgetierte Verlust 2026 also «lediglich» 19,9 Millionen Franken betragen.
Zum Vergleich: Für das laufende Jahr 2025 hatte die Leitung der Freiburger Kantonsspitalgruppe ein Defizit von 29,8 Millionen Franken budgetiert.
Das Budget 2026 kalkuliert mit höheren Einnahmen im akutstationären Bereich und in der stationären Rehabilitation (+5,8 Prozent gegenüber 2024, +8,2 Prozent im Vergleich zu den Prognosen für 2025).
Denn die Reorganisation der stationären Abteilungen an allen Standorten sowie die Eröffnung eines zusätzlichen Operationssaals im laufenden Jahr werden es ermöglichen, mehr Patientinnen und Patienten zu versorgen, insbesondere in der Akutgeriatrie, der Chirurgie sowie der Pädiatrie. Im ambulanten Bereich sollen das Venenzentrum am HFR Tafers sowie der Ausbau von Nuklearmedizin, Diabetologie-Endokrinologie und Ophthalmologie zum Wachstum beitragen.
Auf der Kostenseite sollten der Abbau von 90 Stellen, die Karenzfrist bei der Einstellung neuer Angestellter und weniger Vertretungen bei Abwesenheiten eine gewisse Wirkung entfalten. Für alle Direktionen und Abteilungen des HFR gilt zudem ein Kostensenkungsziel von 0,7 Prozent. Die einzelnen Direktionen und Abteilungen entscheiden selber, ob diese Kostensenkung im Bereich der Betriebs- und/oder der Lohnkosten angestrebt wird.
Bei der Weiterentwicklung liegt der Fokus 2026 auf der Eröffnung des Gesundheitszentrums im Sensebezirk, den Vorbereitungen für das Gesundheitszentrum im Seebezirk sowie auf der Umnutzung freier Stockwerke in den Spitälern von Riaz und Meyriez-Murten. Zugleich kommen fünf klinische Entwicklungsbereiche ins Zentrum: Onkologie, Kardiologie und Angiologie, Allgemeine und Orthopädische Chirurgie, Akutgeriatrie und Frauengesundheit.
  • «Prävention löst das Problem nicht. Sie verschiebt es nur». HFR-Präsidentin Annamaria Müller über den Fachkräftemangel, Robotik, Prävention, schädliche Leistungen – und warum sie die Spezialisierung mit einem Blumenkohl vergleicht.

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