Heilmittelkriminalität: Swissmedic ermittelt in drei Kantonen

Mehrere Personen stehen im Verdacht, illegal Arzneimittel hergestellt, vertrieben und angewendet zu haben.

, 29. September 2015, 06:45
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Im Rahmen einer laufenden Untersuchung hat das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic an sechs Standorten in der Deutschschweiz Hausdurchsuchungen vorgenommen. Die Aktion wurde in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, den Kantonspolizeien Zürich, Thurgau und Aargau und den italienischen Behörden durchgeführt. 

Drei Personen in Haft

Drei Personen wurden vorläufig festgenommen. Sie stehen im Verdacht, illegal Arzneimittel hergestellt, in Verkehr gebracht und in der Schweiz und Italien angewendet zu haben. Die Verdächtigten hätten damit die Gesundheit von Patientinnen und Patienten gefährdet, schreibt Swissmedic in einer Mitteilung. Für sie gelte die Unschuldsvermutung.
In dem Verfahren geht es um Präparate aus Bestandteilen menschlicher Zellen, die als Arzneimittel eingesetzt wurden. Swissmedic erinnert in der Mitteilung daran, dass Präparate aus menschlichem und auch tierischem Gewebe, die keine lebenden Zellen enthalten, als Arzneimittel gelten und dem Heilmittelgesetz unterstehen.

Es braucht eine Bewilligung

Solche Präparate dürfen nur mit einer Bewilligung von Swissmedic hergestellt und vertrieben werden. Das gilt auch für den Import, Grosshandel oder Export. Werden lebende tierische Zellen für eine Therapie verwendet, untersteht dies dem Transplantationsgesetz.
Dem Transplantationsgesetz sowie dem Heilmittelgesetz unterstehen Zelltherapieformen, bei denen Produkte aus Zellen, Geweben oder Organen hergestellt oder bearbeitet werden. 
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