Swissmedic wird in den kommenden zwei Jahren rund 45 der aktuell 510 Vollzeitstellen abbauen. Grund dafür ist die angespannte finanzielle Lage: 2024 schloss das Heilmittelinstitut mit einem Defizit von 23,4 Millionen Franken ab, und auch für 2025 sowie für die folgenden Jahre rechnet Swissmedic unter den heutigen Bedingungen mit Defiziten.
Schrumpfende Reserven
In den vergangenen Jahren habe Swissmedic neue Aufgaben übernommen und stark in die Digitalisierung ihrer Systeme investiert, betont das Institut. Dafür seien in Zeiten steigender Einnahmen Rücklagen aufgebaut worden. Seit 2024 steigen die Einnahmen jedoch weniger stark als zuvor, sodass die Reserven schneller als geplant schrumpfen.
Zudem führten strengere EU-Vorschriften, die digitale Transformation und die Ausweitung der Arzneimittelüberwachung laut Swissmedic zu einem Personalaufbau.
Die geplanten Einsparungen konzentrieren sich daher auf Investitionen und Personalkosten. Der Stellenabbau wird nach Angaben des Instituts möglichst sozialverträglich umgesetzt und durch Abfederungsmassnahmen begleitet.
Einnahmenseite
Auf der Einnahmenseite plant Swissmedic Anpassungen der Gebühren an die Teuerung sowie die Einführung einer Pauschalgebühr für die Registrierung von Medizinprodukten. Weiter wird eine Gesetzesänderung angestrebt, die mittels einer Aufsichtsabgabe für die bessere Finanzierung der Tätigkeiten im Bereich der Überwachung von Medizinprodukten sorgen soll.
Neue CEO ab Januar 2026
Ab Januar 2026 übernimmt Vincenza Trivigno als neue Direktorin das Ruder bei Swissmedic. Damit tritt sie die Nachfolge von Raimund Bruhin an, der pensioniert wird. Die 54-Jährige war seit April 2021 CEO der VAMED-Schweiz-Gruppe.
- Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic ist Teil der dezentralen Bundesverwaltung, verfügt über eine eigene Finanzierung und führt eine eigene Rechnung. Über 80% der Einnahmen stammen aus Gebühren und Abgaben der Firmen.
- Der Bund steuert für gesetzlich festgelegte Aufgaben im Bereich der Arzneimittel- und Medizinprodukteaufsicht rund 17% bei.