Swiss Health ist gescheitert

Dem Projekt Swiss Health geht die Luft aus. Der Vermarktungsorganisation fehlt es an Geld - und am Engagement durch Schweiz Tourismus.

, 1. Februar 2017 um 08:15
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Ende 2008 gründeten Schweiz Tourismus und Switzerland Global Enterprise mit finanzieller Unterstützung des Staatssekreriats für Wirtschaft (Seco) die Vermarktungsorganisation Swiss Health. Der Verein sollte das Pendant zu Schweiz Tourismus werden und im Ausland den Gesundheitstourismus in der Schweiz vermarkten. 
Daraus wurde nichts. Die Anschubfinanzierung von 1,4 Millionen Franken ist verpufft. Der Mitgliederbestand von 35 auf 16 geschrumpft. Schweiz Tourismus und Switzerland Global Enterprise (S-GE) haben sich aus den Gremien von Swiss Health verabschiedet. Geschäftsführer Andrej Reljic muss mit einem Jahresbudget von 80‘000 Franken klar kommen.
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Peter Kappert, Präsident von Swiss Health.
«Viele Mitglieder glaubten, Swiss Health sei eine Patientenvermittlungsorganisation», bedauert der frühere Sonnenhof-Direktor Peter Kappert. Er ist Präsident und Gründungsmitglied von Swiss Health. Kappert ist der Meinung, dass der Gesundheitstourismus durch Schweiz Tourismus vermarktet werden sollte. 
Das meint auch Raymond Loretan, Verwaltungsratspräsident von Swiss Medical Network, das nicht Mitglied von Swiss Health werden wollte. «Mit Genolier International haben wir unsere eigene Organisation. Der Verein Swiss Health hätte mehr von uns profitiert als wir von ihm», so Loretan in der «Berner Zeitung».
Im Unterschied zu Swiss Medical Network war Hirslanden zumindest in den ersten Jahren mit dabei, hat aber die Mitgliedschaft per Ende 2014 gekündigt. Angeblich, weil man die «Ausrichtung der Aktivitäten und deren Fokus geändert habe», so die offizielle Darstellung der Privatklinik-Gruppe. Inoffiziell ist indes zu erfahren, dass Hirslanden ausgestiegen sei, weil sich Schweiz Tourismus zu wenig engagierte.
Bei Schweiz Tourismus heisst es dazu, dass eine separate Organisation nötig sei, weil bei Schweiz Tourismus und auch bei ihren touristischen Partnern die Fach-Kompetenz für medizinische Beratung und Betreuung nicht in genügendem Masse vorhanden sei.
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