Neuenburger Kantonsspital erwartet auch 2026 tiefrote Zahlen

Trotz einer allmählichen Verbesserung der Lage budgetiert das Réseau hospitalier neuchâtelois RHNe ein Defizit von 12,4 Millionen Franken.

, 29. Januar 2026 um 15:45
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Der RHNe-Standort in La Chaux-de-Fonds  |  Bild: PD
Das Neuenburger Spitalnetz (RHNe) erwartet für Jahr 2026 ein Defizit von 12,4 Millionen Franken rechnet. «Das Ergebnis ist zwar immer noch sehr defizitär, aber es hat sich stetig verbessert: Das buchhalterische Defizit ist von 34,5 Millionen Franken (ohne ausserordentliche Finanzierungen des Staates) im Jahr 2023 auf 28 Millionen Franken im Jahr 2024 und 20 Millionen Franken im Jahr 2025 gesunken (Hochrechnung per Ende November)», so die Institution in einer Pressemitteilung.
Die Einnahmen sollten 2026 bei 461 Millionen Franken liegen, was gegenüber 2025 ein Plus von etwa 1,5 Prozent bedeuten würde.
Der Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt scheint für die Neuenburger Kantonsspital-Gruppe also noch sehr weit – obschon das RHNe in den letzten Jahren diverse Sparübungen in der Grössenordnung von 15 Millionen Franken sowie Reorganisationsprojekte gestartet hat.

Finanzielle Zwänge

Für das anhaltende Defizit macht die Spitalleitung mehrere Faktoren verantwortlich: neue exogene finanzielle Zwänge, Lohndruck, höhere IT-Kosten. Hinzu komme ein allgemeiner Rückgang im stationären Bereich (circa 1'000 Fälle weniger von 2023 bis 2025) und die zunehmende Belegung von Betten mit Patienten, die auf eine Überweisung in andere Institutionen warten: Diese haben einen hohen Personalbedarf haben, aber sind unterfinanziert.
Vor kurzem wurde bekannt, dass das RHNe die Gesundheitsgruppe Volta übernommen hat: Sie wird die vier Gesundheitszentren und zwei medizinische Bereitschaftsdienste unter einem neuen Firmennamen weiterführen. Das Kantonsspital, das zuvor schon 30 Prozent des Volta-Kapitals besass, wurde damit zur alleinigen Aktionärin. Diese Entscheidung löste im Kanton politische Diskussionen aus: Wie legitim ist es, dass eine bereits defizitäre öffentliche Einrichtung im Namen der Kontinuität der Versorgung und der Verteidigung von Marktanteilen mehrere Millionen in eine private Gruppe investiert, die am Rande des Konkurses steht?
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