Schweiz konnte Zahl der Sepsis-Fälle noch nicht eindämmen

Sepsis-Fälle in Schweizer Spitälern nehmen weiter zu. Der nationale Aktionsplan gegen Sepsis zeigte noch keine Wirkung.

, 21. Januar 2026 um 12:45
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In den ersten Lebensjahren haben Kinder ein höheres Risiko für eine Sepsis als gesunde Erwachsene, weil ihr Abwehrsystem noch schwächer ist. | Kinderspital Zürich
Die Zahl der Blutvergiftungen, die in Schweizer Spitälern behandelt werden, steigt. Waren es 2023 noch gut 20'000 Sepsis-Fälle, verzeichneten die Spitäler 2024 über 22' 000 solche Fälle.
Der Schweizer Sepsis-Report zeigte, dass diese Zahlen alarmierend sind: Es ist eine schwere und teure Erkrankung — mit langen Spitalaufenthalten, oft verbunden mit intensivmedizinischer Behandlung und künstlicher Beatmung sowie jährlichen direkten Spitalkosten von über 1 Milliarde Schweizer Franken.
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Sepsis-Fälle pro 100'000 Einwohner im Jahr 2024. Quelle: Obsan

Sepsis führt zu rund 4000 Todesfällen pro Jahr – also zu ähnliche vielen Todesfälle wie aufgrund von Darm-, Brust- und Prostatakrebs zusammen. Trotz Fortschritten in der medizinischen Versorgung ist die Spitalsterblichkeit in den vergangenen Jahren nicht zurückgegangen.

Nationaler Aktionsplan noch ohne Wirkung

Die Schweiz lancierte 2023 das Schweizer Sepsis-Programm. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, das von Ärztinnen, Ärzten und Projektleitenden des Universitäts-Kinderspitals Zürich, des Universitätsspitals Bern und des Universitätsspitals Lausanne geleitet wird. Das Programm wird von der Eidgenössischen Qualitätskommission unterstützt und läuft bis Dezember 2028.

Neues Sepsis-Register

Geplant ist eine Schweizer Sepsis-Register. Das Register soll spitalübergreifend Spitalaufenthalte, Langzeitergebnisse, ambulante Behandlungen und indirekte Kosten überwachen.

Eine Blutvergiftung (umgangssprachlich für Sepsis) ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Dabei gerät das Immunsystem ausser Kontrolle und schädigt körpereigenes Gewebe und lebenswichtige Organe – bis hin zum Organversagen. Eine Sepsis kann schnell zu Schock und zum Tod führen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird. Auslöser können Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten sein. Häufig sind zuerst Lunge, Bauch oder Harnwege betroffen, bevor sich die Infektion ausbreitet.

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