Young Investigator Award 2026 geht an Valentina Ferrari

Die Fond'action contre le cancer würdigt Valentina Ferrari vom Tessiner Institut für biomedizinische Forschung (IRB). Mit 100'000 Franken wird ihre Forschung zur Immuntherapie bei triple-negativem Brustkrebs gefördert.

, 29. Januar 2026 um 08:27
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Valentina Ferrari, Onkologin am Tessiner Institut für biomedizinische Forschung (IRB), ist die diesjährige Preisträgerin des Young Investigator Award der Fond’action contre le cancer. Die 34-jährige Forscherin, gebürtig aus Kalifornien, erhält für ihre Arbeiten zur Immuntherapie beim Brustkrebs einen Förderbeitrag von 100'000 Franken.
Der Preis richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler unter 40 Jahren und unterstützt innovative Forschungsprojekte in der präklinischen oder klinischen Phase. Ferrari wurde besonders für ihre Arbeiten ausgezeichnet, die neue Ansätze für die Immuntherapie beim Brustkrebs eröffnen. Unter anderem konnte sie die entscheidende Rolle des Mikrobioms bei der Reaktion auf immuntherapeutische Behandlungen aufzeigen – Ergebnisse, die bald in der Fachzeitschrift Cancer Cell veröffentlicht werden.
Mit der Förderung will Ferrari ihre Forschung am triple-negativen Brustkrebs (TNBC) fortsetzen, einer besonders aggressiven Form der Erkrankung, die häufig junge Frauen betrifft. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten steht die Moleküle HLA-E, die auf der Oberfläche von Tumorzellen vorkommt und mit einem besseren Krankheitsverlauf in Verbindung gebracht wird.

Werdegang

Valentina Ferrari begann ihr Studium mit einem Bachelor in Psychologie an der University of California in Davis. Anschliessend absolvierte sie 2016 eine Zertifizierung in Clinical Trial Design and Management an der UC San Diego.
Es folgte ein Doktorat in Molecular and Experimental Medicine an der Università Humanitas in Mailand. Nach Stationen bei PersImmune in Kalifornien und der Universität Humanitas arbeitet Ferrari seit einigen Jahren am IRB als Postdoktorandin im Forschungsbereich Cellular Immunology unter der Leitung von Professorin Federica Sallusto.
Die Fond'action contre le cancer ist eine private, als gemeinnützig anerkannte Stiftung, die 1999 im Kanton Waadt von Olivier Daulte und Marianne Delafond gegründet wurde. Heute unterstützt sie rund zehn onkologische Forschungsprojekte in der ganzen Schweiz. Die Verwaltungskosten werden von zwei Sponsoren getragen: Lombard Odier und Hublot.
Der Young Investigator Award 2025 war an Hajar El Ahanidi von der Universität Genf für seine Arbeit über Blasenkrebs verliehen worden.

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