Vor knapp zwei Jahren hat die Orthopädie Sonnenhof bereits die Orthopädie des Spitalzentrums Biel übernommen. Im März übernimmt sie auch die Orthopädie des öffentlichen Spitals Emmental - und zwar sowohl die bisherige Belegschaft als auch die medizinische, organisatorische und unternehmerische Verantwortung für die ganze orthopädische und traumatologische Versorgung.
Die Ärztinnen und Ärzte, die bereits im Spital Emmental arbeiten, praktizieren als Belegärzte weiterhin dort.
Die privat geführte Orthopädie Sonnenhof mit Sitz in Bern beschäftigt rund 80 Ärztinnen und Ärzte und führt jährlich über 10'000 Operationen durch.
Als Gründe für die Übernahme nennen die Orthopädie Sonnenhof und das Spital Emmental:
- Strengere gesetzliche Vorgaben,
- die zunehmende Spezialisierung in der Orthopädie,
- den Fachkräftemangel
- und das vom Kanton Bern geplante 4-plus-Versorgungsmodell, das eine engere Koordination der regionalen Angebote verlangt.
«Mit dieser Partnerschaft sichern wir das orthopädische und traumatologische Angebot sowie die orthopädische Notfallversorgung in unserer Region langfristig und nachhaltig», lässt sich Regula Feldmann, CEO des Spitals Emmental, in einer Mitteilung zitieren.
Jean-François Andrey, CEO der Orthopädie Sonnenhof, erklärt, dass auch sein Unternehmen profitiert: «Wir stärken mit diesem Geschäftsmodell nicht nur die Präsenz in der Versorgungsregion Emmental-Oberaargau, sondern auch unsere Rolle als eines der führenden Kompetenzzentren für Orthopädie und Traumatologie in der Schweiz.»
Die Orthopädie Sonnenhof arbeitet schon seit 2016
mit dem Spital Emmental im Bereich der Wirbelsäulen- und Hüftchirurgie zusammen. Diese Kooperation wird nun auf alle Subdisziplinen der Orthopädie, inklusive Hand- und Wirbelsäulenchirurgie, erweitert.
Vorteil für Weiterbildung
Mehrere Kaderärzte des Spitals Emmental haben einen Teil ihrer Facharztausbildung in der Orthopädie Sonnenhof absolviert. Mit dem neuen Modell kann die Orthopädie Sonnenhof künftig die Weiterbildungsstätten A2, B1 und B2 anbieten, so dass Assistenzärztinnen und -ärzte, das gesamte orthopädisch-traumatologische Curriculum innerhalb des Verbunds absolvieren können.
«Diese Kooperation zeigt, wie privatwirtschaftliche Effizienz und öffentliche Versorgungsaufträge Hand in Hand gehen können», erklärt Jean-François Andrey.