Nach Budgetkürzung: BAG ruft zu Mikro-Sparmassnahmen auf

Nach Budgetkürzungen setzt das Bundesamt für Gesundheit auf digitale Sparmassnahmen wie das Löschen alter E-Mails. Gleichzeitig verpflichtet der Staat Apotheken, Rezepte trotz Digitalisierung bis zu 20 Jahre physisch aufzubewahren.

, 29. Dezember 2025 um 16:06
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BAG-Chefin Anne Lévy fordert ihre Mitarbeitenden auf, alte Mails zu löschen, nicht genutzte Software zu deinstallieren und das Postfach aufzuräumen, um Speicherplatz und Kosten zu sparen. Bild: zvg
In verschiedenen Medien war heute darüber zu lesen – unter anderem im «Tages-Anzeiger»: Das Bundesamt für Gesundheit greift zu Mikro-Sparmassnahmen. Alte E-Mails löschen, Software deinstallieren, Papierkörbe leeren – dazu hat die BAG-Direktorin Anne Lévy ihre rund 770 Mitarbeitenden aufgefordert. Ziel sei es, Kosten zu sparen.
Auslöser ist ein Parlamentsentscheid vor einem Jahr, der dem BAG elf Millionen Franken gestrichen hat. Bereits im Februar kündigte die Amtsleitung den Abbau von rund 20 Stellen an. Zudem müssen Projekte eingestellt werden, «mit denen das BAG bis anhin einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der öffentlichen Gesundheit leisten konnte» – darunter eine Datenbank zur Medikamentendosierung bei Kindern.
Nun ruft BAG-Direktorin Anne Lévy die Mitarbeitenden im Intranet zum «gemeinsamen Sparen» auf. Jede kleine Handlung zähle, heisst es.
Die Ironie: Derselbe Staat verpflichtet Apotheken weiterhin, Rezepte bis zu 20 Jahre physisch aufzubewahren – selbst wenn diese längst digitalisiert sind. Manche Verschreibungen müssen nach wie vor in dreifacher Ausführung erstellt und an mehreren Orten archiviert werden. «Sind die wirklich schon im 21. Jahrhundert angekommen?», fragte Apotheker Lukas Korner-Wyss kürzlich im Interview.
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