BAG senkt Preise von 300 Medikamenten

Bei rund der Hälfte der überprüften Medikamente greift das Bundesamt für Gesundheit durch: Die Preise sinken im Schnitt um zwölf Prozent, was Einsparungen von rund 65 Millionen Franken bringen soll.

, 6. November 2025 um 13:12
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Symbolbild: Unsplash
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat im Rahmen der diesjährigen Arzneimittelüberprüfung die Listenpreise von rund 300 Medikamenten gesenkt – im Schnitt um zwölf Prozent.
Damit rechnet das BAG mit Einsparungen bei den Gesundheitskosten von mindestens 65 Millionen Franken. Im vergangen Jahr beliefen sich diese auf rund105 Millionen Franken.
Das BAG überprüft jedes Jahr ein Drittel der auf der Spezialitätenliste geführten Arzneimittel darauf, ob sie wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich («WZW-Kriterien») sind. Im Fokus stehen dabei vor allem die Kosten für die Versicherten.
Während bei etwa der Hälfte der überprüften Originalpräparate Preissenkungen verfügt wurden, blieben die Preise bei den übrigen unverändert, da sie im internationalen Vergleich weiterhin als wirtschaftlich gelten. Die überprüften Arzneimittel kommen insbesondere bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krankheiten des Atmungssystems und Infektionskrankheiten zum Einsatz.
Zur «Liste der Arzneimittel mit Preissenkung aufgrund der Überprüfung des Jahres 2025», November 2025.
Auch Generika, Co-Marketing-Arzneimittel und Biosimilars wurden überprüft. Bei etwa 70 Prozent dieser Arzneimittel führt die Überprüfung ebenfalls zu einer Preissenkung.
Um Versorgungsengpässen vorzubeugen, kann das BAG in Ausnahmefällen auf Preissenkungen verzichten – insbesondere dann, wenn Hersteller wirtschaftliche Gründe für einen drohenden Marktrückzug anführen. Solche Ausnahmen wurden im laufenden Prüfjahr bei 55 Arzneimitteln gewährt, mehrheitlich bei Antiinfektiva.
Der laufende Überprüfungszyklus von 2023 bis 2025 soll laut BAG insgesamt Einsparungen von mindestens 335 Millionen Franken bringen.
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