Auch KSGR startet Hospital@Home-Angebot

Das Kantonsspital Graubünden beginnt im März ein dreijähriges Hospital@Home-Projekt, unterstützt von der ÖKK. Damit folgt es dem Trend zur externen Akutspital-Versorgung,

, 17. Februar 2026 um 23:56
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Wird langsam zum Standardmodell: Hospital@Home-Betreuung einer Patientin – hier durch die Klinik Arlesheim  |  Bild: PD Klinik Arlesheim.
Das Kantonsspital Graubünden bietet ausgewählten Patienten ab März eine externe Hospital@Home-Betreuung an. Angesprochen werden Menschen, die im Umkreis von rund 30 Minuten Fahrzeit zum KSGR wohnen.
Während die medizinische Verantwortung und Durchführung beim Spital liegt, unterstützt die Kranken- und Unfallversicherung ÖKK das Projekt finanziell. Daher ist das Angebot vorerst nur für ÖKK-Versicherte vorgesehen.
«Mit Hospital@Home bringen wir hochwertige Medizin dorthin, wo sie für viele Patientinnen und Patienten am sinnvollsten ist – ins eigene Zuhause», sagt Gregory Fretz, Leitender Arzt der KSGR-Poliklinik.
Der Versuch startet im März und dauert bis Februar 2028. Die Spitex ist mit pflegerischen Visiten bei bestimmten Patienten dabei, die Fachhochschule Graubünden begleitet den Test wissenschaftlich.

Rundum zufrieden

Vor wenigen Wochen, Ende Dezember, beschloss das Kantonsspital Baselland, Hospital@Home weiterzuführen beziehungsweise zu etablieren. Das KSBL hatte im Frühjahr 2025 einen Test im Laufental gestartet, bei dem bislang gut 100 Patienten eine spitalartige Behandlung daheim erhielten. Die Rückmeldungen der Patienten und ihrer Angehörigen seien durchwegs positiv gewesen, kommentierte das KSBL den Entscheid. Auch die klinischen Ergebnisse seien gut.
Allgemein spielte das Baselbiet eine Führungsrolle bei der Einführung des Modells. Schon im Frühjahr 2023 halt der Kanton, ein Hospital@Home-Angebot der Klinik Arlesheim zu finanzieren.
Eine Pionierrolle spielte aber auch das Spital Zollikerberg: Das Krankenhaus am Stadtrand von Zürich betreute seit 2021 – gemeinsam mit der Hospital at Home AG – gut 750 Patientinnen und Patienten daheim. Hier bewerteten über 95 Prozent der Betroffenen und ihrer Angehörigen die Versorgung positiv. Die Behandlungsdauer entspricht jener eines Spitalaufenthalts, Komplikationen treten seltener auf.
Das Kantonsspital Baden veröffentlichte in der vergangenen Woche ebenfalls eine Zwischenbilanz zu seinem Hospital@Home-Projekt, das seit 2024 läuft. Danach äusserten sich 98 Prozent der 660 betreuten Personen zufrieden.
  • Wie wird Hospital at Home vergütet? Wie eine stationäre oder wie eine ambulante Behandlung?

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