Erneute Kundgebungen gegen die Versetzung einer Pflegeleiterin des HUG

Nachdem an ihrer Bürotür ein rassistischer Schriftzug aufgetaucht war, wurde eine Pflegeleiterin im Universitätsspital Genf gegen ihren Willen versetzt. Demonstranten fordern ihre Wiedereinstellung.

, 11. Februar 2026 um 15:22
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Kundgebung am 10. Februar auf der Place du Bourg-de-Four in Genf | Bild: Avenir Syndical, PD
Eine rassistische Inschrift – «Négresse, dégage!!!» – wurde im Oktober 2025 an der Bürotür von Aurélie entdeckt. Sie war damals Pflegeleiterin in der Abteilung für Rehabilitation und Geriatrie des Universitätsspitals Genf (HUG). Nachdem sie den Vorfall ihren Vorgesetzten gemeldet hatte, wurde sie gegen ihren Willen versetzt.
Schnell erhielt sie Unterstützung, insbesondere von der Association des professionnels de la santé racisés (APSR). Anfang Januar 2026 forderte die Vereinigung das Spital dazu auf, dass Aurélie wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren könne. Doch das Spital ging nicht darauf ein. Die Versetzung sei nötig, damit die Betroffene geschützt werde.
Gestern versammelten sich zwischen 50 und 100 Personen zu einer Kundgebung auf der Place du Bourg-de-Four in Genf, in der Nähe der Büros von Staatsrat Pierre Maudet, der die Aufsicht über das Universitätsspital Genf (HUG) hat. Sie forderten den Staat dazu auf, zu handeln. Aurélie soll wieder zurückversetzt werden und es soll eine gründliche Analyse der Fälle von Rassismus innerhalb des Spitals eingeleitet werden.

«Der Fall Aurelie ist nur die Spitze des Eisbergs»

«Im Jahr 2026 kann man dich immer noch als Neger bezeichnen und dich dazu bringen, deinen Job zu kündigen, um dich zu ‹schützen›, riefen die Demonstranten. Einer der Demonstranten sagte: «Ich wurde auch als Nigger bezeichnet, als ich im Spital gearbeitet habe. Der Fall von Aurélie ist nur die Spitze des Eisbergs».
Josepha Lumpudi Nduhura Munga, die Präsidentin der APSR, erklärte laut der «Tribune de Genève», dass die Verhandlungen mit den HUG bislang zu keinem Ergebnis geführt hätten. Sie fügte hinzu: «Damit Aurélie wieder in ihren Dienst zurückkehren kann, muss sie sich alle zwei Monate einer Kontrolle unterziehen und darf weder mit der Gewerkschaft noch mit den Medien in Kontakt treten».
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