Kantonsspital Glarus: Weniger stationäre Patienten

In der branchenüblichen Zwickmühle erlitt das KSGL 2023 einen Verlust von 6,5 Millionen Franken.

, 7. Juni 2024 um 07:40
image
Bild: Kanton Glarus, gl.ch.
Ein wichtiges Thema im Jahresbericht des Kantonsspitals Glarus ist der – unerwartete – Rückgang der Fallzahlen in der Medizin und auf der Frauenklinik. Der Einbruch wurde insbesondere ab dem zweiten Quartal spürbar.
Dies wiederum trug bei zu einem Rückgang der Einnahmen um 2,2 Millionen Franken bei. Insgesamt bezifferte sich die Zahl der stationären Patientinnen und Patienten am Kantonsspital Glarus 2023 auf 4’559 Fälle; ein Jahr zuvor waren es 4671 gewesen.
Und so lag der Umsatz am Ende bei 96 Millionen Franken – nach 100 Millionen im Jahr zuvor.
Auf der anderen Seite musste auch das KSGL die Löhne erhöhen: Insgesamt lag die Summe für Gehälter, Zulagen sowie Aus- und Weiterbildung letztes Jahr um 3,3 Millionen höher. Für die übrigen Zusatz-Teuerungs-Kosten – etwa bei der Energie – veranschlagt der Finanzbericht 2,2 Millionen Franken.
Und so ergab sich unterm Strich ein negatives Betriebsergebnis (–1,7 Millionen Franken), eine negative Ebitda-Marge (–1,7 Prozent) sowie ein Verlust von 6,5 Millionen Franken.

Weiter optimieren

Wie bekannt, leitete die Geschäftsleitung bereits zum Jahresende 2023 diverse Sparmassnahmen ein. Unter anderem wurde der Abbau von 36 Stellen angekündigt und begonnen.
Im Communiqué zum Geschäftsbericht 2023 heisst es dazu: «Per Ende Jahr beschäftigte das KSGL 680 Mitarbeitende (484 Vollzeitstellen), was im Vergleich zu ähnlichen Spitalanbietern nach wie vor mehr Mitarbeitende im Verhältnis zur Leistung sind als im Durchschnitt.»
Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung würden nun – im Hinblick auf die nächste Spitalplanungsperiode 2026 – das medizinische Leistungsangebot und die Gemeinwirtschaftlichen Leistungen überprüfen. Dabei suche man noch verstärkt Kooperationen – regional wie überregional. «Ebenso wird die interne Optimierung fortgesetzt.»
KSGL: Geschäftsbericht 2023


  • KSGL
  • kantonsspital Glarus
  • spital
  • Spitalkrise
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Neuenburg: Muss das Spital in La Chaux-de-Fonds jetzt doch schliessen?

Vor einigen Jahren beschlossen die Bürger, dass der Kanton Neuchâtel zwei Spitäler betreiben soll – nicht nur eines. Jetzt beginnt die Debatte erneut.

image

KSGL: Alexander Penssler wird CEO

Alexander Penssler übernimmt die Leitung des Kantonsspitals Glarus von Stephanie Hackethal. Bislang leitete er die Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland.

image

GZO Spital Wetzikon: «Wir können es machen. Es wird einfach ein bisschen enger»

Fast alle Trägergemeinden sagen klar Ja zu einem Rettungs-Beitrag für das notleidende Regionalspital in Wetzikon. Doch es gibt eine Ausnahme. Was bedeutet das?

image

Spitalplanung 2026: Glarus legt neue Spitallisten fest

Das Kantonsspital Glarus bleibt zentrales Listenspital für Grund- und Notfallversorgung. Die Zurzach Care Rehaklinik Braunwald verliert ihren Leistungsauftrag in der Rehabilitation.

image

Weniger Regionalpolitik, mehr Tech: Wie das Spital neu gedacht werden soll

H+ will das Ende von Spitaltraditionen. Mit einer PwC-Studie skizziert der Verband ein Krankenhaussystem, das sich von regionaler Politik und bisheriger Planung verabschiedet – und zehntausende Stellen einspart.

image

Spitäler halbieren Verlust – aber zwei Drittel bleiben im Minus

2024 reduzierten die Schweizer Spitäler ihren Verlust – nach 777 Millionen Franken im Vorjahr waren es nun 347 Millionen. Aber immer noch schreiben fast zwei Drittel der öffentlichen Kliniken rote Zahlen. Die Zahl der Ärzte stieg stärker als jene des Pflegepersonals.

Vom gleichen Autor

image

Affidea expandiert weiter – Übernahme einer Laborgruppe

Der Gesundheitskonzern kauft die Mehrheit von LabPoint – und plant dabei auch eine strategische Partnerschaft mit der Lindenhofgruppe.

image

Pflege bleibt Engpassberuf Nummer eins


Kaum ein Bereich sucht so intensiv nach Personal wie das Gesundheitswesen. Der neue Jobradar zeigt: Vor allem in der Pflege steigt die Zahl offener Stellen wieder in Richtung Rekordniveau.

image

Umbau beim SIWF – doch die Wartezeiten bleiben lang

Das Weiterbildungs-Institut trennt sich nun auch von Geschäftsführer Jörg Gröbli. Trotz mehr Personal und IT-Unterstützung beträgt die Bearbeitungsdauer für Facharzttitel beim SIWF weiterhin rund zwölf Monate.