Umbau beim SIWF – doch die Wartezeiten bleiben lang

Das Weiterbildungs-Institut trennt sich nun auch von Geschäftsführer Jörg Gröbli. Trotz mehr Personal und IT-Unterstützung beträgt die Bearbeitungsdauer für Facharzttitel beim SIWF weiterhin rund zwölf Monate.

, 12. Januar 2026 um 06:04
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Juni 2025: Die FMH-Ärztekammer beschliesst Schritte zur Verkürzung der SIWF-Fristen – Jörg Gröbli. Bilder: VSAO@LinkedIn — INOS.
Geht man auf die Homepage des SIWF, so hat sich noch wenig geändert: «Die aktuelle Bearbeitungsdauer beträgt rund 12 Monate», heisst es da zur Dauer bis zur Facharzt-Titelerteilung. Doch in einem neuen Communiqué wiederholt das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung, dass es verschiedene Massnahmen zur Reduzierung der Bearbeitungszeiten bei der Erteilung der Facharzttitel ergriffen habe. Und: «Die gemeinsam erzielten Ergebnisse sind ermutigend und weisen in die richtige Richtung.»
Zugleich bittet das Institut interessierte Ärztinnen und Ärzte, sich «zur aktiven Unterstützung bei der weiteren Verbesserung der Titelerteilung beim SIWF» zu melden – «entsprechende Verfügbarkeit von mindestens 20 Stellenprozenten vorausgesetzt.»

Externe Projektleitung

Etwas nebenbei wird mitgeteilt, dass sich das SIWF «in gegenseitigem Einvernehmen vom bisherigen Geschäftsführer Jörg Gröbli getrennt» habe. Ein Verfahren zur Neubesetzung der Position laufe. Zugleich habe das SIWF eine externe Projektleitung engagiert, welche die operativen Prozesse eng begleitet.
Ende September war bereits SIWF-Präsidentin Monika Brodmann-Maeder zurückgetreten – wobei sie dies unter anderem damit erklärte, dass die Rahmenbedingungen «grundlegende Reformen auf absehbare Zeit» nicht zuliessen.
Im Hintergrund steht bekanntlich, dass das Institut immer mehr Zeit benötigte, um Facharzt- und Schwerpunkttitel zu erteilen – und dass es dieses Problem übers gesamte Jahr 2025 nicht in den Griff bekam.
Die Ärztekammer im Juni gab dem SIWF das Ziel vor, bis Anfang 2026 (also jetzt) wieder eine erträgliche Wartefrist zu erreichen: 3 Monate.
Im September war noch von Wartezeiten von «mindestens 7 Monaten» die Rede gewesen – was sich vor Jahresende bis auf 12 Monate auswuchs.
Als Reaktion erhöhte das SIWF dann den Personalbestand. Auch die FMH stellte Angestellte frei, um ihr Institut zu unterstützen. Zusätzlich seien die Prozesse optimiert worden, hiess es in einer früheren Mitteilung; dies unter anderem durch einen verstärkten Einsatz von Mitgliedern der Titelkommission. Seit knapp zwei Monaten erfolgt die Erstbewertung eines Dossiers IT-unterstützt und teilautomatisiert.
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