Pflege bleibt Engpassberuf Nummer eins


Kaum ein Bereich sucht so intensiv nach Personal wie das Gesundheitswesen. Der neue Jobradar zeigt: Vor allem in der Pflege steigt die Zahl offener Stellen wieder in Richtung Rekordniveau.

, 13. Januar 2026 um 04:38
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Offene Plätze  |  KI-Symbolbild: Medinside, mit Mitjourney
Derzeit sind in der Schweiz rund 225’000 Stellen ausgeschrieben, davon 22’500 für Führungskräfte. Dies besagt der «Jobradar», den die Arbeitsmarkt-Forschungsfirma X28 quartalsweise veröffentlicht; die Datensammlung erfasst alle Online-Stellenanzeigen, die Arbeitgeber, Personaldienstleister und Jobbörsen in der Schweiz ausschreiben.
Der Stichtag war der 15. November 2025. Gegenüber der letzten Erhebung drei Monate zuvor vermeldet der neue «Jobradar» allgemein eine erhebliche Stabilität.
Und auch im Gesundheitswesen erfassten die Datensammler ähnlich viele unbesetzte Stellen wie im Vorquartal. Konkret stiessen sie auf 15’000 Jobinserate – also knapp 100 weniger als im August, aber 200 mehr als am gleichen Stichtag des Vorjahres 2024.
Damit ist die Gesundheitsbranche ungebrochen jener Bereich, der am intensivsten nach Personal sucht – mit Abstand. Nur das Baugewerbe (14'100 Inserate) und der Detailhandel (11’400 Inserate) kommen halbwegs in ähnliche Dimensionen.
Unterteilt man es nach Berufen, so herrschte in der Pflege weiterhin die grösste Notlage – und hier legte die Zahl der offenen Stellen dann doch spürbar zu. Im November wurden laut dem Jobradar rund 15’300 Pflege-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Dies war deutlich mehr als noch im August (14’500). Die Zahl nähert sich damit wieder dem Rekordwert von 15’900 offenen Pflegestellen an, der im November 2024 erfasst worden war.
In der neuen Messung richteten sich etwas mehr als 6’300 Inserate explizit an ausgebildete Pflegefachpersonen – womit dies der gefragteste Beruf der Schweiz war, vor Elektromonteuren (5’100) und Schreinern (3’100).
Hinzu kamen 3’100 Annoncen, die sich konkret an Fachangestellte Gesundheit (FaGe) richteten.
Bei den Ärzten stieg die Nachfrage – nach einer gewissen Entspannung im Frühjahr – wieder deutlich an, zumindest gemessen an den vom Jobradar erfassten Ausschreibungen. Die Zahl der ausgeschriebenen Ärztestellen erreichte im November 6’100 – nach 5’600 im August sowie 5’300 im Mai.
Allerdings: Ein Jahr zuvor, im November 2024, waren noch 6’300 Annoncen für Ärztestellen registriert worden; also ähnlich viele wie heute.
Ein ähnlicher Trend zeigt sich in den Bereichen Medizinische Assistenz, Zahnmedizin und Psychologie: Nach einer gewissen Entspannung im Frühjahr wird die Personalnot nun wieder grösser.
Die im Jobradar ausgewiesenen offenen Stellen in der Gesundheitsbranche sowie der Stellen nach Berufsgruppen wirken zum Teil widersprüchlich. Das liegt daran, dass manche Gesundheitsberufe mehreren Sektoren zugeordnet sind, beispielsweise auch der öffentlichen Verwaltung oder bei Medtech.

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