Ein Genfer an der Spitze der Europäischen Gesellschaft für Koloproktologie

Frédéric Ris, Spezialist für Kolorektalchirurgie am Genfer Kantonsspital HUG, wurde zum Präsidenten der ESCP gewählt. Er ist der erste Schweizer in diesem Amt.

, 5. Februar 2025 um 08:57
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Porträt von Frédéric Ris, dem ersten Schweizer Präsidenten der ESCP | Bild: DR
Frédéric Ris von der Abteilung für Viszeralchirurgie der Universitätsspital-Gruppe HUG, wurde zum Präsidenten der Europäischen Gesellschaft für Koloproktologie (ESCP) gewählt. Er ist damit der erste Schweizer Arzt überhaupt, der diese Rolle innehat. Er übernimmt die Führung einer Gesellschaft, die insgesamt mehr als 8000 Mitglieder vereint.
Ris wird im September dem Präsidium – bestehend aus Antonino Spinelli, Oded Zmora, Miguel Pera und Mehmet Ayhan Kuzu – für eine vierjährige Amtszeit beiträgen. Die Amtszeit ist bei der European Society of Coloproctology in vier Phasen unterteilt: Präsident elect (2025-2026), Präsident in Wartestellung (2026-2027), Präsident (2027-2028) und Altpräsident (2028-2029).
Frédéric Ris ist seit 2018 auch Professor an der Medizinischen Fakultät Genf und Vizedirektor des Krebszentrums der HUG.
Zu seinen Fachgebieten gehören unter anderem die minimalinvasive Kolorektalchirurgie, Beckenbodenstörungen sowie die Behandlung der abdominalen Peritonealkarzinose. Darüber hinaus ist er Gründungsmitglied der Swiss Peritoneal Cancer Group.

Parcours

Nach seinem Abschluss in Genf 1999 begann er seine Karriere in der Forschung im Labor für Zelltherapie des HUG, wo er zwei Jahre verbrachte, bevor er sich in der Schweiz und in Belgien auf Chirurgie spezialisierte. 2008 erlangte Ris den Facharzttitel FMH für Chirurgie und spezialisierte sich an der Universität Oxford auf Kolorektalchirurgie. Im Jahr 2011 bestand er die Europäische Facharztprüfung für kolo-proktologische Chirurgie (EBSQ).
Im Jahr 2012 wurde er zum Assistenzarzt am HUG ernannt. Ein Jahr später erlangt er den Facharzttitel FMH für Viszeralchirurgie. Er promovierte über die MRT-Bildgebung und erhielt den Titel eines Privatdozenten für seine Forschungen über virtuelle Realität und Fluoreszenz in der Chirurgie.
Er erhielt unter anderem den Preis der Schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie (SGC) sowie den Marc-Claude Marti-Preis für seine Forschungsarbeit.
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