Die Genfer Universitätskliniken (HUG) haben eine neue Chefin für eines ihrer wichtigsten Departemente: Ab dem 1. Oktober 2025 übernimmt die Kinderärztin und Neuroforscherin Petra S. Hüppi die Leitung des Departements für Frauen, Kinder und Jugendliche (DFEA).
Der Bereich vereint seit 2019 Gynäkologie, Geburtshilfe, Pädiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und beschäftigt mehr als 1500 Mitarbeitende.
Sie folgt damit auf Alain Gervaix, der in den Ruhestand geht.
Hüppi, bislang Chefärztin für Entwicklung und Wachstum am HUG und Professorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Genf, gilt als weltweite Pionierin der neonatalen Hirnbildgebung,
schreiben die HUG in einer Mitteilung.
Aktuell leitet sie dazu ein vom Schweizerischen Nationalfonds mit 1,1 Millionen Franken gefördertes Forschungsprojekt, das die Rolle sensorischer Stimulation bei der Gehirnentwicklung von Frühgeborenen untersucht.
Werdegang
Petra S. Hüppi studierte Medizin an der Universität Bern. Seit 1998 steht sie am HUG an der Spitze der Abteilung Entwicklung und Wachstum, die alle Neugeborenen der Geburtshilfe sowie die pädiatrische Endokrinologie umfasst. 2018 gründete sie das Entwicklungszentrum des HUG, um Entwicklungsstörungen bei Kindern frühzeitiger zu erkennen und besser behandeln zu können – nach dem Vorbild vergleichbarer Einrichtungen in Zürich, den USA und Kanada.
Ihre Forschungsgruppe ist weltweit führend in der Anwendung von MRT-Techniken zur Untersuchung des sich entwickelnden Gehirns. Internationale Aufmerksamkeit erhielt Hüppi zudem mit innovativen Studien zum
Einsatz von Musik in der Neonatologie: Gemeinsam mit Musiker Andreas Vollenweider entwickelte sie spezielle Melodien für Frühgeborene. Erste Ergebnisse zeigen positive Effekte auf das Gehirnwachstum und eine Verringerung von Stressfaktoren – ein möglicher Durchbruch in der sensorischen Therapie.
Auszeichnungen und Engagement
Für ihre Arbeiten wurde Hüppi mehrfach ausgezeichnet, darunter 2011 mit dem Cloëtta-Preis und 2023 mit der Gold Medal Award der International Society for Magnetic Resonance in Medicine – einer der höchsten internationalen Ehrungen in ihrem Fachgebiet.
Neben ihrer klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit engagierte sie sich auch in der akademischen Selbstverwaltung, unter anderem als Vizedekanin der Medizinischen Fakultät der Universität Genf und als Mitglied des Nationalen Forschungsrats.
Sie ist Mitgründerin der Stiftung Prim’Enfance, die innovative Projekte zur Kinderheilkunde fördert.
Seit 2019 gehört sie zudem dem Universitätsrat der Universität Zürich an und vertritt diesen seit 2020 im Spitalrat des Universitätsspitals Zürich.