Zwölf Monate – so lange müssen Ärztinnen und Ärzte derzeit warten, bis sie vom Schweizerischen Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) ihren Titel erhalten. Im September war noch von «mindestens sieben Monaten» die Rede gewesen. Damit ist das Verfahren weit von dem im Juni angekündigten Ziel einer dreimonatigen Bearbeitungszeit entfernt.
Die Vereinigung der Ärztinnen und Ärzte der Genfer Institutionen (AMIG), die vor allem von Assistenz- und Kaderärztinnen des Universitätsspitals Genf (HUG) getragen wird, hat sich seit Monaten mit dem Thema befasst – und nun eine konkrete Übergangslösung erreicht. Das
erklärt die AMIG auf ihrer Website.
Nach Gesprächen mit der Personalabteilung der HUG wurde vereinbart, dass Oberärztinnen und Oberärzte, die einen Nachweis über die Einreichung ihres SIWF-Antrags vorlegen, vorübergehend die entsprechenden Vergünstigungen erhalten: Sie werden in die Gehaltsklasse 24 eingestuft und bekommen die Urlaubsansprüche sowie die Vertragsbedingungen, die dem Titelstatus entsprechen.
Die HUG haben den Anpassungen zugestimmt, eine rückwirkende Anwendung aber abgelehnt. Sollte das SIWF den Titel später verweigern, müssen die zu Unrecht erhaltenen Beträge zurückerstattet werden.
Das Abkommen tritt am 1. Januar 2026 in Kraft.
Ein gemeinsamer Krisenstab von SIWF und FMH soll die beschleunigte Facharzttitelerteilung vorantreiben: Personal wird ausgebaut und die Erstbewertung der Dossiers erfolgt künftig IT-unterstützt.