In Genf passen die Hôpitaux universitaires de Genève(HUG) ihre Infrastruktur an, um der steigenden Nachfrage nach ambulanter Versorgung gerecht zu werden. Letztes Jahr verzeichnete die Institution fast 1,3 Millionen ambulante Behandlungen – ein Anstieg von über 15 Prozent seit 2019.
Am Donnerstag gaben die HUG bekannt, dass die erste Phase eines vor vier Jahren gestarteten Grossprojekts abgeschlossen ist: Neue «ambulante Plattformen», entstanden durch die Umstrukturierung mehrerer Abteilungen und die Renovierung von Räumlichkeiten, sind nun einsatzbereit.
Die Arbeiten, die bis 2030 andauern sollen, verfolgen zwei zentrale Ziele: Die Kapazitäten für ambulante Konsultationen um 50 Prozent zu erhöhen und den Patientenweg zu vereinfachen, da Patienten bisher für eine Behandlung oft verschiedene Gebäude aufsuchen mussten. «Diese erste Bauphase kostete 19,9 Millionen Franken, zuzüglich 1,1 Millionen Franken einmaliger Nebenkosten. Die HUG finanzieren 78 Prozent des Projekts, der Kanton 22 Prozent», heisst es in der Mitteilung.
Geteilte Ressourcen
Ein weiteres zentrales Element der Umstrukturierung ist die verstärkte gemeinsame Nutzung von Ressourcen. Konsultationsräume werden, sofern keine technischen Einschränkungen bestehen, als «Shared Pools» genutzt, sodass alle medizinischen Fachkräfte Patienten dort empfangen können. Ergänzt wird dies durch eine zentrale administrative Anlaufstelle, gemeinsam genutzte Besprechungsräume und einen grossen Warteraum, um Wartezeiten in den Fluren zu vermeiden.
Drei neue ambulante Plattformen des Departements für Medizin sind bereits in Betrieb. Sie decken Konsultationen in den Bereichen Nephrologie und Bluthochdruck, Kardiologie, Infektionskrankheiten und Pneumologie ab und verfügen über ein zusätzliches Verbindungszentrum.
Bis 2030 sollen drei weitere Plattformen für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel, Onkologie sowie Hämatologie eingerichtet oder renoviert werden.