Die mittlere Krankenkassenprämie wird im nächsten Jahr 393,30 Franken pro Monat betragen. Das entspricht einem Anstieg um 4,4 Prozent oder 16,60 Franken. Dies teilte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider in Bern mit.
Die steigenden Krankenkassenprämien seien eine direkte Folge der wachsenden Kosten im Gesundheitswesen: Per Ende Juni 2025 waren die Kosten im Jahresvergleich um 4,6 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg habe alle Bereiche betroffen, so Gesundheitsministerin Baume-Schneider – nicht nur grosse Bereiche wie Arztpraxen, sondern auch kleinere Felder wie die Laborkosten oder die Psychotherapie.
Besonders klar ist der Anstieg in den Kantonen Tessin (+6,9 Prozent), Wallis (+5,8 Prozent), Appenzell (+5,5 Prozent), Uri (+5,3 Prozent), Zürich (+5,1 Prozent) und Graubünden (+5,0 Prozent). — Deutlich unterdurchschnittlich fällt der Prämienanstieg in Genf (+2,4 Prozent), Freiburg (+3,0 Prozent), Neuenburg (+3,1 Prozent) und Bern (+3,6 Prozent) aus.
Einen massiven Rückgang um 15 Prozent gibt es bei den Prämien im Kanton Zug, doch dies ist ein Sonderfall: Der reiche Kanton übernimmt im nächsten und übernächsten Jahr die stationären Spitalkosten seiner Bürgerinnen und Bürger gänzlich.
In ihren Kommentaren zur Prämienrunde betonen sowohl der Spitalverband Hplus als auch der Ärzteverband FMH, dass die Ambulantisierung eine wichtige Rolle spielen muss, um künftig den Prämienanstieg zu bremsen.
«Ein entscheidendes Rezept gegen das stetige Kostenwachstum steht bereit: Die konsequente Verlagerung vom stationären in den ambulanten Bereich», so der Verband der Spitäler: «Das vorhandene Sparpotential kann aber aktuell nicht genutzt werden, da massive finanzielle Fehlanreize bestehen. Die ambulanten Tarife sind nach wie vor nicht annähend kostendeckend, die Spitäler werden für die Verlagerung in den ambulanten Bereich bestraft.»
Hplus wiederholt aus aktuellem Anlass auch die Forderung, dass die Tarife künftig automatisch an die Teuerung angepasst werden sollten.
Die FMH erachtet die Ambulantisierung obendrein auch wegen des Fachkräftemangels als massgeblichen Faktor, um aus der Kostenspirale herauszukommen: «Ressourcen müssen gezielt am richtigen Ort eingesetzt werden.» Und: «Die Ambulantisierung ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern sie verbessert auch die Versorgungsqualität.»
Eine Voraussetzung dafür sei aber eine sektorenübergreifende Finanzierung, nahtlos integrierte Versorgungsmodelle und abgestimmte Schnittstellen zwischen dem stationären und dem ambulanten Sektor.
Die FMH warnt zugleich davor, dass steigende Gesundheitskosten das Solidaritätsprinzip aushöhlen könnten. Und: «Eine effiziente und qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung braucht vor allem genügend qualifizierte Fachpersonen, die Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben – und weniger Bürokratie durch Mikroregulierung.»