Weil Personal fehlt, lagert das Spital Thusis die Geburten ans Kantonsspital Graubünden aus. Ob die Geburtenstation ihren Betrieb je wieder aufnehmen wird, bleibt offen.
Eine «Taskforce Sanierung» wurde eingesetzt. Das Ziel: die Effizienz zu steigern, wobei die Angebotsstrategie kritisch hinterfragt werde. Über die strategische Ausrichtung und die Angebotspalette des Spitals Thusis solle im Herbst 2024 entschieden werden,
wie vergangene Woche vermeldet wurde.
Diese Unsicherheit über die Zukunft und die geplante Neuausrichtung des Spitals, schrecke dringend benötigtes, qualifiziertes Personal ab, weshalb die Geburtenabteilung per Anfang September seinen Betrieb einstellt – vorübergehend, so die Mitteilung.
Die Angebote der Schwangerschaftsvorsorge und der Gynäkologie würden vollumfänglich bestehen bleiben und das dafür benötigte Personal wird weiterhin am Spital beschäftigt.
Aus für die Geburtenabteilung?
Man habe mit dem Kantonsspital Graubünden einen ausgezeichneten Partner und eine sehr gute Lösung für die Geburten aus der Spitalregion Mittelbünden gefunden, betont Christian Rathgeb, Stiftungsratspräsident von Gesundheit Mittelbünden.
Zudem schaffe man damit die nötige Zeit, um im Rahmen der Neuausrichtung sorgfältig und detailliert über die Zukunft der Abteilung Geburtshilfe nachzudenken. Im Herbst solle dann über die strategische Ausrichtung und die Angebotspalette des Spitals entschieden werden.
«Zu diesem Zeitpunkt wird auch über eine allfällige Wiederaufnahme der Geburten am Spital Thusis entschieden», so Rathgeb.
Rein finanziell sind Geburten für die meisten Spitäler ein Verlustgeschäft.
Entscheid im Herbst 2024
Derzeit evaluiert die Stiftung Gesundheit Mittelbünden mit Experten von PwC die strategische Ausrichtung des Spital Thusis. Geprüft werden Szenarien von einer Weiterentwicklung des Spitals bis hin zu einer Version eines ambulanten Gesundheits- und Notfallzentrums. Im Rahmen dieses Prozesses wird auch die definitive Zukunft der Geburtshilfe im Spital Thusis geklärt.
Akutspitäler in Graubünden | Bild: Google Earth / Bearb. Medinside