Basel: Spitalfusion wird intern sabotiert

Der geplante Zusammenschluss von Universitätsspital Basel und Kantonsspital Baselland kommt ins Stocken. Die Verzögerungsquelle liegt bei der Ärzteschaft der Spitäler. Skepsis und Unsicherheiten verhindern die geforderte Kollaboration.

, 27. April 2016, 08:58
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Den beiden Basler Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (CVP, BS) und Thomas Weber (SVP, BL) droht ein heisser Herbst. Im September wollen sie mit dem Fusionskonzept für Universitätsspital Basel und Kantonsspital Baselland an die Öffentlichkeit  treten. Dieses ist erneut in die Schusslinie von Kritikern geraten, wie die «Basler Zeitung» berichtet.
Jetzt klingen spitalinterne Misstöne an. Die Ärzte, welche gemeinsam das Konzept für die neue Spitalgruppe erarbeiten sollen, verhalten sich offenbar passiv und bedrohen die weitere Entwicklung durch Verweigerung im Sabotageformat. Der ohnehin verunsicherten Öffentlichkeit und den Mitarbeitenden, die schon länger auf die Fusionsfakten warten, beschert das weitere Sorgen.

Viel Überzeugungsarbeit, Präsentationstermin bleibt

Lukas Engelberger und Thomas Weber müssen mehr Zeit für die interne Überzeugung aufwenden als gedacht - ein ganzheitlicher Kulturwandel ist kein Spaziergang. Das wiederum bewirkt einen längeren Zeitrahmen für das Konzept, der Präsentationstermin im September soll jedoch nicht verschoben werden.
Engelbergers Departement teilt mit, man sei im Zeitplan und das Ziel sei, «die Projektarbeiten und das weitere Vorgehen vor den Herbstferien zu präsentieren». Und gemeinsam teilten die beiden Regierungsräte mit: «Wenn wir punktuell den Eindruck von fehlenden Teilinhalten haben, fordern wir Nacharbeiten ein.»
Fusionsbefürworter und - gegner werden wohl mit erhöhter Konzentration den weiteren Verlauf der internen und öffentlichen Informationen verfolgen und gespannt auf den September warten.
Siehe auch: 

  • «Der medizinische Verfall ist in vollem Gange»
  • «Kündigungswelle? «Die muss man in Kauf nehmen»

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