Spital Baden wird bestraft für seine Leistung

Es ist ungerecht: Weil das Kantonsspital Baden 2020 zu gut gewirtschaftet hat, erhält es nun nicht einmal halb so viel Geld vom Kanton wie das Spital Aarau.

, 23. März 2022, 07:41
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Für das Kantonsspital Baden (KSB) war es eine herbe Enttäuschung – oder wie es KSB-Sprecher Omar Gisler gegenüber Medinside diplomatisch formuliert: «Nicht nachvollziehbar.»

Aarau erhält mehr als das Doppelte

Der Kanton Aargau hat gestern seinen Spitälern die Ertragsausfälle und Zusatzkosten der Covid-19-Pandemie bezahlt. Das KSB hat 14,6 Millionen Franken erhalten, das Kantonsspital Aarau (KSA) aber 33,3 Millionen.
Das, obwohl Gisler betont, dass das KSB die meisten Covid-Patienten im Kanton behandelt habe. Die Kollegen vom KSA haben jedoch kein schlechtes Gewissen, dass sie weit über das Doppelte erhalten: Auch Aarau habe während der Pandemie eine «sehr grosse Last» getragen, sagten sie gegenüber der «Aargauer Zeitung». Ausserdem sei das KSA «mit Abstand das grösste Spital des Kantons» und erwirtschafte einen rund 70 Prozent höheren Umsatz als das zweitgrösste Spital.

Ausfälle zu gut und zu schnell kompensiert

Doch warum ist das KSB so schlecht weggekommen? Der Grund ist simpel: Baden hat – anders als Aarau – im Jahr 2020 keine Ertragsausfälle geltend gemacht. Also werden dem Spital nur die Zusatzkosten entschädigt.
Das sind unschöne Folgen eines grossen Efforts, den das KSB geleistet hat. Dieses hat nämlich 2020 versucht, möglichst schnell alle Ausfälle wieder aufzuholen und hat das auch geschafft. Das trägt dem Spital ein grosses Lob vom Kanton ein. Barbara Hürlimann, Leiterin der Abteilung Gesundheit beim Kanton, sagte gemäss «Aargauer Zeitung»: «Das KSB darf stolz sein.»

KSB hofft auf andere Verteilung

Die KSB-Verantwortlichen sehen das allerdings etwas anders: «Wir möchten unseren Mitarbeitenden, die während den Corona-Wellen Ausserordentliches geleistet haben, nicht mehr erklären müssen, weshalb wir finanziell schlechter gestellt werden als andere Spitäler», hält Omar Gisler fest. Das KSB hofft nun auf einen anderen Verteilschlüssel für 2021.

So verteilt der Kanton Aargau das Corona-Geld an die Spitäler

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Quelle: Departement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau

Geht das Kantonsgeld auch an das Pflegepersonal?

Eveline Hofer von der Intensivstation im Kantonspital Aarau (KSA) hat letzten Dezember eine Petition lanciert: Darin fordert sie, dass ein Teil der Corona-Kantonsgelder den Pflegefachpersonen zugutekommt. Medinside berichtete hier darüber.
Sie möchte erreichen, dass es nicht nur für die Spitäler Corona-Entschädigungen gibt, sondern auch für die Pflegenden im Kanton Aargau. Gefordert werden 25 Millionen Franken.
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