Aargauer Pflegeheime am Limit – Unterversorgung droht

Die Aargauer Pflegeheime sind zu 98 Prozent ausgelastet. Der Verband Aargauer Alters- und Pflegeheime warnt vor drohender Unterversorgung, während Spitäler zunehmend Probleme haben, Anschlussplätze für ihre Patienten zu finden.

, 4. Dezember 2025 um 16:02
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Eingangsbereich eines Pflegeheims im Kanton Aargau. Bild: Screenshot/SRF
Die Situation in den Pflegeheimen des Kantons Aargau spitzt sich dramatisch zu. Der Verband Aargauer Alters- und Pflegeheime (VAKA) schlägt Alarm: Mit einer Auslastung von 98 Prozent – dem höchsten Wert seit Beginn der Erhebungen 2016 – ist das System am Anschlag, so die Mitteilung.
Spitäler und Kliniken haben zunehmend Schwierigkeiten, passende Anschlusslösungen für ihre Patientinnen und Patienten zu finden, was unnötig lange und teure Spitalaufenthalte zur Folge hat.
Obwohl im Kanton 150 zusätzliche Pflegeplätze geplant sind, werden diese bei weitem nicht ausreichen, um die steigende Nachfrage zu decken. Laut Regierungsrat des Kantons Aargau werden bis 2035 rund 1’500 zusätzliche Pflegeplätze benötigt.

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Quelle: vaka

Finanzierung

Ein zentrales Problem ist die Finanzierung: Die Pflegeheime arbeiten im Kanton Aargau mit vergleichsweise niedrigen Pflegenormkosten.
Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, dass die Finanzierungslücke im Pflegebereich bei den aargauischen Pflegeinstitutionen immer grösser wird und sich seit Beginn der neuen Pflegefinanzierung im Jahr 2011 bis zum Ende des Jahres 2024 auf rund 300 Millionen Franken kumuliert: So erstaunt es kaum, dass die Banken bei der Vergabe von Baukrediten an Pflegeheime restriktiv sind.
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