Roche: 22 Milliarden Franken mit Krebsmedikamenten

Die Krebsmittel Herceptin, Avastin und Perjeta sind die Hauptwachstumsträger des Konzerns.

, 28. Januar 2016, 10:44
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Der Pharmakonzern Roche wird seinem Ruf als weltweit wichtigster Anbieter von Krebstherapien gerecht. Laut Jahresbericht 2015 setzte der Konzern über 22 Milliarden Franken mit Krebsmedikamenten um. Dies sind sind rund 60 Prozent des Pharmaumsatzes von 37 Milliarden Franken (plus 5 Prozent). Der Konzernumsatz inklusive der Division Diagnostika beträgt 48 Milliarden Franken (plus 5 Prozent).

Die meistverkauften Krebsmittel


  • Mabthera / Rituxan (plus 5 Prozent auf 7 Milliarden Franken): Das Medikament dient der Behandlung von Blutkrebs und wird auch bei rheumatoider Arthritis eingesetzt. Das Hauptwachstum kommt aus den USA, steigende Nachfrage melden auch Brasilien, China und Japan. 
  • Avastin (plus 9 Prozent auf 6,7 Milliarden Franken): Es wird gegen verschiedenste Krebsarten eingesetzt. Hauptgrund für das Wachstum war die steigende Nachfrage bei Eierstock-, Darm-, Lungen- und Gebärmutterhalskrebs, nachdem diese Indikationen in Europa und den Schwellenmärkten zugelassen wurden.
  • Herceptin, Perjeta und Kadcyla (plus 19 Prozent auf 8 Milliarden Franken): Die Mittel werden zur Behandlung von Brustkrebs und metastasierendem Magenkrebs eingesetzt. Allein in den USA wuchsen die Herceptin-Verkäufe alleine wuchs in den USA um 15 Prozent. Grund für das Wachstum ist eine längere Behandlungsdauer von Herceptin in Kombination mit Perjeta bei frühem und fortgeschrittenen Brustkrebs.

Hoffnungsträger Krebsimmuntherapie 


Da sich keine grösseren Patentverluste abzeichnen und die Pipeline voll ist, dürfte das Wachstum anhalten. In den nächsten drei Jahren erwartet Roche die Markteinführung von bis zu acht neuen Medikamenten. Ein Augenmerk liegt auf dem Krebsimmuntherapie-Medikament Atezolizumab, für das Roche 2016 weltweit Zulassungsanträge stellt oder bereits gestellt hat. 
Es dient der Behandlung von Blasenkrebs, nichtkleinzelligem Lungenkrebs und metastasierendem Blasenkrebs. An Kongressen wurden zudem für dieses Medikament vielversprechende erste Daten aus klinischen Studien zu spezifischen Arten von fortgeschrittenem Brustkrebs und Melanom präsentiert. 
Zur Medienmitteilung «Roche mit starkem Jahresergebnis 2015»
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