Leukämie: Überlebenschancen stark gestiegen

Fast 90 Prozent der Kinder, die in der Schweiz an einer lympathischen Leukämie erkranken, überleben. Weltweit die höchsten Überlebensraten gibt es in Deutschland.

, 17. April 2017, 13:33
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Die Behandlung von Leukämien im Kindesalter gehört zu den Erfolgsgeschichten der modernen Medizin. Wie sehr, belegt eine neue globale Untersuchung bei fast 90'000 Kindern.
In der Schweiz lag die 5-Jahres-Überlebensrate von Kindern, die an einer akuten lymphatischen Leukämie (ALL) erkrankten, im Zeitraum 2005-09 bei 87,9 Prozent. In den Jahren 1995-99 hatte die Überlebensrate noch bei 86,0 Prozent gelegen. 
Bei der myeloischen Leukämie (AML) stiegen die Werte von 58,6 auf 68,1 Prozent. 
Unbehandelt verlaufen ALL und AML stets tödlich.

Deutschland an der Spitze

Weltweiter Spitzenreiter ist Deutschland mit 5-Jahres-Überlebenschancen von 91,6 Prozent (ALL) und 78,2 Prozent (AML). In den USA liegen die 5-Jahres-Überlebensraten bei der ALL bei 87,7 Prozent und bei der AML bei 63,3 Prozent. In Grossbritannien überleben 89,3 Prozent (ALL) und 68,1 Prozent (AML) der Kinder. 
In ärmeren Ländern sind die Therapieaussichten weit schlechter, auch wenn diese Länder etwas aufgeholt haben. Markant haben sich die Überlebenschancen in China verbessert. 
Dies geht aus einer Analyse von 198 Krebsregistern aus 53 Ländern hervor, die Audrey Bonaventure von der London School of Hygiene & Tropical Medicine im Fachjournal «The Lancet Haematology» veröffentlichte. 
«Worldwide comparison of survival from childhood leukaemia for 1995-2009, by subtype, age, and sex: a population-based study of individual date for 89'828 children from 198 registries in 53 countries» - in: «The Lancet Haematology», 12. April 2017
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