Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

, 3. Juli 2019, 15:27
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Was funktioniert gut im Pflegealltag? Wo läuft es schlecht? Wie wichtig ist den Mitgliedern die Pflegeinitiative? 
Auf diese und ähnliche Fragen suchten der Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) und die Swiss Nurse Leaders zwischen Januar und Mitte März 2019 in einer Online-Umfrage Antworten. 

Hohe Rücklaufquote

Insgesamt nahmen 4829 Pflegefachpersonen und 518 weitere in der Pflege tätige Personen teil, die meisten sind in einem Akutspital tätig. Das entspricht einer soliden Rücklaufquote von 22 Prozent. Nun hat der Pflegeverband die - nicht repräsentativen - Ergebnisse veröffentlicht
Sie zeigen, dass viele Pflegende zu wenig Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben und weisen laut SBK auf Risiken für die Patientensicherheit hin. Auch bestätigen sie einmal mehr, dass in der Pflege ein hohes Mass an Überstunden geleistet wird: Praktisch alle Pflegeprofis leisten Überstunden.  

Die wichtigsten Ergebnisse 

  • Fast jede zweite Befragte (46 Prozent) hat nicht genügend Zeit für die Patientinnen und Patienten. 
  • Auch Gespräche mit Angehörigen kommen zu kurz: 40 Prozent der Befragten können nie mit den Angehörigen sprechen. 
  • Ebenfalls 46 Prozent bemängeln, dass es in der Regel auf der Abteilung nicht genügend Personal hat. 
  • 30 Prozent der Befragten gab an, dass die Patientensicherheit nicht in allen Schichten gewährleistet sei.
  • Im Nachtdienst sind 74 Prozent der diplomierten Pflegefachpersonen für mehr als 11 Patienten verantwortlich. 37 Prozent tragen die Verantwortung für mehr als 21, und jede zehnte  Person für mehr als 30 Patienten. 
  • Bei einer Arbeitszeit von 100 Prozent leisten praktisch alle Überstunden. 29 Prozent arbeiten eine bis zwei Überstunden pro Fünftagewoche, weitere 30 Prozent mehr als zwei und über vier Stunden. 
  • 70 Prozent der Befragten finden, dass die berufliche Weiterbildung gefördert wird. Und 56 Prozent fühlen sich in ihrer beruflichen Entwicklung insgesamt gefördert. 
  • Knapp die Hälfte der befragten Pflegefachpersonen finden, dass ihre Institution familienfreundlich ist.
  • Die Pflegeinitiative wird von 90 Prozent der Befragten als «sehr wichtig» unterstützt.
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