Kantonsspital muss erneut Operationen verschieben

Das Zuger Kantonsspital musste bereits wieder Operationen verschieben. Bald dürften weitere Spitäler in der Schweiz auf diese Massnahme zurückgreifen. Gesundheitspolitiker fordern deshalb eine Triage.

, 18. November 2021, 13:45
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In der laufenden Woche mussten am Zuger Kantonsspital wieder vereinzelte nicht dringende Operationen verschoben werden. Erstmals seit bald einem Jahr, wie die «Zuger Zeitung» am Donnerstag berichtet. Als Grund werden die stark ansteigenden Coronafälle genannt. Aktuell befinden sich im Zuger Kantonsspital elf Covid-Patienten auf der Bettenstation und vier auf der Intensivstation.
Auch das Spital Schwyz, das vor einem Jahr mit einem emotionalen Appell national für Aufsehen sorgte, ist wieder sehr hoch ausgelastet, berichtet die Zeitung weiter. Inzwischen werde wieder eine eigene Covid-Station betrieben. 16 der insgesamt 18 Patientinnen und Patienten seien ungeimpft. Von den drei Personen auf der Intensivstation sei keine geimpft.   
Auch das Spital Schwyz werde bald Eingriffe absagen müssen
Die hohe Auslastung führe dazu, dass das Spital Schwyz «vereinzelt» Covid-Patienten in ausserkantonale Spitäler mit freien Intensivplätzen verlegen müsse. Auch hier werde täglich geprüft, ob nicht dringliche Eingriffe reduziert werden müssten. Es sei «sehr wahrscheinlich, dass es dazu kommen wird», zitiert die «Zuger Zeitung» eine Sprecherin des Spitals.
In der ganzen Zentralschweiz hat sich die Covid-19-Situation in den vergangenen Tagen verschärft, der Druck auf das Personal wird grösser. Am Luzerner Kantonsspital (Luks) seien die Hauptbelastung in den Intensivstationen ungeimpfte und schwerkranke Patienten. Die Stationen seien aber auch unabhängig von Covid stark beansprucht.

«Wir müssen diese Diskussion führen»

Derweil fordern Gesundheitspolitiker eine Triage zwischen Geimpften und Ungeimpften, etwa Nationalrätin Ruth Humbel, Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission. «Es kann nicht sein, dass Herzoperationen von geimpften Patienten verschoben werden, weil Ungeimpfte schwer an Corona erkranken und die Intensivbetten belegen», sagte sie gegenüber CH Media. 
Es sei auch nicht fair gegenüber dem Gesundheitspersonal, so die Mitte-Politikerin weiter. «Wir müssen diese Diskussion führen, auch wenn sie unangenehm ist; es ist eine politische Frage.» Auch für FDP-Nationalrat Philippe Nantermod ist es klar, dass Ungeimpften nicht der Vorrang vor anderen dringenden Fällen eingeräumt werden dürfe. 
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