«Einfach, schnell, kostengünstig»

Ein 16jähriger entwickelte ein neues Diagnoseverfahren, um das Risiko von Herz-Kreislaufkrankheiten zu ermitteln. Nun steht er im Final der Google Science Fair.

, 7. August 2015 um 12:36
image
  • forschung
  • google
  • kardiologie
In der Familie von Adrial Sumathipala kommen Herz-Kreislaufkrankheiten gehäuft vor. Sein Grossvater, den er nur von Erzählungen kennt, starb vor seiner Geburt an Herzversagen. Er soll genauso ein Tüftler gewesen sein wie sein Enkel. 
Um sich vor der Krankheit zu schützen, versuchte Sumathipala, sich mit Sport und gesunder Nahrung fit zu halten. Allerdings war er zunehmend frustriert, dass es keine Möglichkeit gab, die Wirkung seiner gesunden Lebensführung zu testen. Denn die gegenwärtigen Standardverfahren zur Messung des Cholesterinspiegels sind laborbasiert und darum aufwändig und teuer. Sie werden nur selten durchgeführt und zielen auf einen einzigen Biomarker ab. 
«Ich habe daher eine Multi-Biomarker-Diagnostik entwickelt, die einfach, schnell, besonders kostengünstig und tragbar ist», so der Teenager. Das Projekt trug ihm nun einen Platz unter den 20 Finalisten von Googles Global Science Fair ein. 

Diagnose kostet 2 Cent

Sumathipalas Test misst einen Biomarker namens Ox-LDL, der eine noch stärkere Verbindung zu Herz-Kreislaufkrankheiten aufweisen soll als Cholesterin. Für die Hardware baute er einen Tintenstrahldrucker um und zweckentfremdete dessen Sensoren. Anstatt Papier und Füllstand messen diese nun die Konzentration der Enzyme im Blut. Gemäss Sumathipala kostet ein Test 0.02 Dollar, und die Resultate sind innert Minuten verfügbar. 
Mit diesem Projekt schaffte es der 16jährige in den weltweiten Final der Google Science Fair, der am 21. September 2015 stattfindet. Zusammen mit 19 weiteren Finalisten hat er dann die Gelegenheit, am Hauptsitz von Google sein Projekt einer hochkarätigen Jury zu präsentieren. Der Sieger erhält eine zehntägige Reise auf die Galapagosinseln und ein Stipendium in Höhe von 50'000 Dollar.  

  • Projekt «A Multi-Biomarker Diagnostic for Cardiac Disease: Rapid. Portable. Ultra-Low Cost»

Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Epilepsie: Neue Folsäure-Empfehlung für Schwangere soll Krebsrisiko senken

Die Schweizerische Epilepsie-Liga empfiehlt, die tägliche Folsäure-Dosis von bisher vier bis fünf auf ein bis drei Milligramm zu reduzieren.

image

Brustkrebs-Screening im Alter birgt Risiko von Überdiagnosen

Eine Studie der Yale Medical School zeigt: Bei Frauen ab 70 Jahren, die eine Mammographien erhielten, wurden häufiger gesundheitlich unbedenkliche Tumore diagnostiziert als bei Frauen, die nicht an der Früherkennung teilnahmen.

image

Aargau will Med- und Health-Tech auf neues Niveau heben

Mit einem Projekt setzen das Kantonsspital Baden, die Stadt Baden und der Kanton Aargau neue Impulse für Innovationen in Medizin und Gesundheitstechnologie.

image

Seltene Krankheiten: «Oft spürt die Mutter, dass etwas nicht in Ordnung ist»

Werden wir dereinst das gesamte Genom des Neugeborenen routinemässig auf Krankheiten untersuchen? In manchen Ländern werde dies bereits getestet, sagt Stoffwechselspezialist Matthias Baumgartner.

image

ETH bekämpft Blasenentzündungen mit Hilfe von Viren

Forschende der ETH Zürich entwickeln neuartige Phagentherapie gegen Antibiotika-Resistenzen bei Blasenentzündungen.

image

App verwandelt Smartphones in genaue Fiebermesser

Eine neue App liefert präzise Temperaturmessungen ohne zusätzliche Hardware. Die App nutzt versteckte Sensoren.

Vom gleichen Autor

image

Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

image

Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie

Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.

image

Spitalfinanzierung erhält gute Noten

Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.