Ein «Haus der Forschung» für Basel

Das Universitätsspital Basel stärkt die Klinische Forschung mit einer neuen Institution. Sie ist die einzige in der Schweiz, die Studien mit Kindern und Erwachsenen durchführt.

, 28. Oktober 2015, 06:00
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Um das Bedürfnis nach einer professionellen Forschungseinrichtung zu befriedigen, haben das Universitätsspital Basel (USB), die Universität Basel und das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) eigens ein «Haus der Forschung» ins Leben gerufen. 
1,8 Millionen Franken kostete die Institution, die heute zusammen mit dem angegliederten ambulanten Studienzentrum eröffnet wurde. An der Einweihungsfeier nahm unter anderem auch USB-Direktor Werner Kübler teil.

Klinische Forschung gestärkt

In dem Gebäude ist das Departement Klinische Forschung (DKF) untergebracht, eine gemeinsame Einrichtung des USB und der Universität Basel. Es wurde 2012 gegründet und vereinigt alle in der klinischen Forschung tätigen Institutionen und Forschungsgruppen an den verschiedenen Kliniken der Medizinischen Fakultät. 
Seit 2014 wird das DKF von Mirjam Christ-Crain und Christiane Pauli-Magnus geleitetEs besteht aus drei Abteilungen, wovon zwei neu im Haus der Forschung untergebracht sind: Die Serviceabteilung Clinical Trial Unit, die jährlich rund 220 Beratungen durchführt und damit Forschende unterstützt, sowie das Institut für Klinische Epidemiologie & Biostatistik, eine Forschungsabteilung. 

Personalisierte Medizin

Neu zum DKF stösst das ambulante Studienzentrum. Es handelt sich dabei um «eine schweizweit einzigartige Organisation», wie das Universitätsspital Basel in einer Mitteilung schreibt. Dies darum, weil nur in Basel eine gemeinsame Infrastruktur für Studien mit Kindern und Erwachsenen bestehe.
Ein speziell ausgebildetes Team, bestehend aus der ärztlichen Leitung, einer ärztlichen Koordinatorin, einer Fachärztin für Kinder-und Jugendmedizin und drei Forschungspflegenden, leistet dabei praktische Hilfe für ausgewählte klinische Studien.
«Damit setzen die drei Institutionen ein wichtiges Signal für die Stärkung der klinischen Forschung und schaffen gute Voraussetzungen für die Profilierung des Standorts Basel im Bereich der personalisierten Medizin», heisst es weiter. 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit nationalen Forschungsnetzwerken wie dem Swiss PedNet intensiviert werden. Auch die Schweizer Transplantationskohorte und die chirurgische Forschung sind im Haus untergebracht, wodurch die Zusammenarbeit von verschiedenen medizinischen Disziplinen gefördert werden soll. 

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