Droht nun auch der Palliativ-Pflege in Affoltern das Aus?

Das Spital Affoltern ist gefährdet. Nun fürchtet das Palliativ-Pflegezentrum in der Villa Sonnenberg nebenan, dass auch seine zwölf Betten geschlossen werden könnten.

, 23. März 2022, 09:02
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Das meldete Medinside vor gut einer Woche: Das Spital Affoltern erhält seine Leistungsaufträge nur noch auf drei Jahre befristet. Denn die bisherigen Fallzahlen zeigten, dass das Spital derzeit «keinen relevanten Anteil des Versorgungsbedarfs» der Zürcher Bevölkerung abdecke.

Seit 16 Jahren Leistungsauftrag für Palliativpflege

Das hat nun die Palliativ-Organisation von Zürich und Schaffhausen, «Palliative zh+sh», aufgeschreckt. Mit diesem Entscheid sei der Betrieb der Palliativpflege in der Villa Sonnenberg massiv gefährdet.
Das Bezirksspital Affoltern hat vor 16 Jahren von der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich den Auftrag für die Führung eines überregionalen Zentrums für Palliativpflege erhalten und hat 2010 die Abteilung in der Villa Sonnenberg eröffnet.

330 Patienten im letzten Jahr

Das Haus bietet Platz für 12 Betten in Ein- und Zweierzimmern. Es ist laut  «Palliative zh+sh» die zweitgrösste Palliativ-Station im Kanton Zürich mit stetig steigenden Patientenzahlen. Letztes Jahr betreute sie 330 Patienten.
«Palliative zh+sh» fordert nun von der Zürcher Gesundheitsdirektion, dass sie der Villa Sonnenberg auch nach Ende 2025 - also dann, wenn das Spital Affoltern mutmasslich geschlossen wird -, einen Leistungsauftrag erteilt.

Auch überregional wichtig

Es brauche diese Betten, weil die Gesellschaft altere und der Betreuungsbedarf steige. Zudem habe das Zentrum auch überregionale Bedeutung. «Es bildet Fachpersonen aus und unterstützt andere Palliativinstitutionen in der  Schweiz mit seinem Wissen und seiner Erfahrung», teilt der Verein mit.
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