Neuenburg: Kantonsspital übernimmt Praxis-Gruppe

Vier Zentren der Gruppe Volta sowie deren medizinische Bereitschaftsdienste werden unter die Leitung des Neuenburger Spitalnetzes RHNe gestellt.

, 28. Dezember 2025 um 23:51
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Bild: Groupe Volta, PD
Die Neuenburger Kantonsspital-Gruppe RHNe übernimmt die gesamten Aktivitäten der Gesundheitsgruppe Volta: Diese steckt offenbar in schweren finanziellen Nöten. Die RHNe wird die vier Gesundheitszentren künftig gemeinsam mit zwei Bereitschaftsdiensten unter dem Namen «Reso.ne» betreiben.
Zuvor schon besass die RHNe 30 Prozent der Volta-Gruppe; nun wird sie zur Alleinaktionärin. Das Kantonsspital hatte die Gruppenpraxen zuvor durch Darlehen und eine Bürgschaft in Höhe von insgesamt 2,5 Millionen Franken gestützt. «Die Verbesserung der finanziellen Lage wird es dem neuen Unternehmen ermöglichen, letztlich wieder profitabel zu wirtschaften – eine wesentliche Voraussetzung für seine langfristige Überlebensfähigkeit», erklärt die RHNe-Leitung zur Übernahme.
Die Übernahme betrifft die Gruppenpraxen in La Chaux-de-Fonds, Fleurier, Les Cadolles in Neuchâtel und Les Geneveys-sur-Coffrane.
Dank der Übernahme sollen alle Arbeitsplätze erhalten werden; heute werden an den betroffenen Standorten rund 8'000 Patientinnen und Patienten pro Jahr behandelt.
Die Integration bedeute «eine Konsolidierung des Aufbaus eines kantonalen Netzes für ambulante, bürgernahe Pflege, das im Zentrum seiner strategischen Optionen 2026-2030 steht», kommentiert die RHNe-Spitze den Schritt.
Bereits im April musste die Volta-Gruppe ihre chirurgischen Aktivitäten in das RHNe-Spital in La Chaux-de-Fonds verlegen und ihre chirurgische Klinik im Stadtzentrum schliessen; diese hatte über 11 Betten und einen Operationssaal verfügt.
Die Kantonsspitalgruppe selbst rechnet für das Jahr 2025 mit einem Defizit von 20 Millionen Franken, nachdem das Jahr 2024 bereits durch Verluste von knapp 30 Millionen Franken gekennzeichnet war.
  • Neuenburg: Muss das Spital in La Chaux-de-Fonds jetzt doch schliessen? Vor einigen Jahren beschlossen die Bürger, dass der Kanton Neuchâtel zwei Spitäler betreiben soll – nicht nur eines. Jetzt beginnt die Debatte erneut.

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