Auch Davos muss vielleicht Geburtsabteilung streichen

Ein weiteres Spital sieht die Zukunft seiner Geburtsabteilung in Gefahr. Davoser Politiker wollen, dass das Spital künftig weniger Leistungen anbietet – ähnlich wie das Spital Muri.

, 7. Januar 2026 um 10:35
image
Bild: Spital Davos.
Die Davoser SVP will das Angebot des Spitals straffen. In einem Vorstoss fordert sie, dass das Spital «nicht im gleichen Rahmen wie bisher weitermachen» soll und «bei der Festlegung der Spitalstrategie offen für aktuell noch unbekannte Lösungen» sein soll, wie die «Südostschweiz» meldet.
Der Kleine Landrat soll eine umfassende Prüfung vornehmen und darauf aufbauend eine neue Eignerstrategie für das Spital formulieren. Vor allem sollen die Leistungen des Spitals auf drei Bereiche reduziert werden: Notfallversorgung, spezialisierte orthopädische Endoprothetik (künstliche Implantate) und Altersmedizin.
Geprüft werden soll auch, ob der Betrieb von einem allgemeinen Regionalspital auf ein spezialisiertes Modell mit 25 bis 30 Betten umgestellt werden könnte. Im Gegenzug sollen unter Umständen die stationäre Geburtshilfe und die Sportmedizin gestrichen werden.
Die Davoser Regierung soll auch prüfen, ob der operative Spitalbetrieb mit einem Leistungsauftrag ausgelagert werden könnte. Erst nach dieser Prüfung sollen die Pläne für einen Um- und Neubau weiterverfolgt werden.
Droht die Schliessung einer Geburtenabteilung, ist der Aufschrei gewiss. Dabei könnten sich Spitäler mit unter 600 Geburten eine Geburtenabteilung gar nicht leisten. Hauptgrund: die Vorhalteleistungen.

Forderungen erinnern an Strategie des Spitals Muri

Seit wenigen Tagen ist die Geburtenabteilung des Spitals Muri geschlossen. Das letzte Baby kam am 23. Dezember 2025 auf die Welt.
Muri verfolgt nun eine neue Angebotsstrategie: Statt der defizitären Geburtshilfe baut das Spital Fachbereiche mit wachsender Nachfrage in der Region aus. Konkret heisst das: Die ehemalige Wochenbett-Station wird zu einer interdisziplinären Station für Akutgeriatrie und Alterstraumatologie umfunktioniert. Ein Schwerpunkt wird der Ersatz von Hüft- und Kniegelenken sein.

Neue Privatstation Muri-Deluxe

Das Spital erweitert auch sein seit rund zwei Jahren bestehende Muri-Deluxe-Angebot für zusatzversicherte Patienten. Im Frühjahr wird eine Bettenstation im vierten Stock zur Privatstation ausgebaut.
  • grundversorgung
  • spital davos
  • spital muri
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

«Manche Ärzte verbringen einen Grossteil ihrer Zeit mit Kostengutsprachen»

Arnaud Perrier, Präsident der SAMW, fordert im Interview mit CH Media, dass Ärzte ausserhalb der Bürozeiten besser erreichbar sind, die Ausbildung stärker am Bedarf orientiert wird und das Kontrollsystem der Krankenkassen reformiert wird.

image

Neuenburg: Kantonsspital übernimmt Praxis-Gruppe

Vier Zentren der Gruppe Volta sowie deren medizinische Bereitschaftsdienste werden unter die Leitung des Neuenburger Spitalnetzes RHNe gestellt.

image

Basel öffnet Notfallversorgung für Patienten aus dem südlichen Elsass

Erwachsene aus dem südlichen Elsass können bei medizinischen Notfällen neu im Universitätsspital Basel versorgt werden. Eine Vereinbarung regelt auch die Kostenübernahme.

image

Spitalverband H+ übt Kritik an Agenda Grundversorgung

Der Spitalverband H+ beurteilt den Fachbericht zur Agenda Grundversorgung kritisch. Aus Sicht des Verbands werden Spitäler und Kliniken in der Strategie zu wenig berücksichtigt

image

Telemed statt Praxis: Sanacare und Medgate arbeiten enger zusammen

Bei Termin-Engpässen greifen die Sanacare-Gruppenpraxen bald landesweit auf Medgate zurück: Die Sanacare-MPAs leiten gewisse Patienten direkt an die Telemediziner weiter.

image

Neue ambulante Plattformen: HUG reagiert auf steigende Patientenzahlen

Ein Zentraler Empfang, geteilte Behandlungsräume und modernisierte Plattformen: Das Universitätsspital Genf passt seine ambulanten Abläufe der steigenden Patientenzahl an.

Vom gleichen Autor

image

Hochgebirgsklinik Davos hat neue Chefärztin für Pneumologie

Tsogyal Latshang ist die neue Chefärztin Pneumologie der Hochgebirgsklinik Davos. Der bisherige Chefarzt wird Leitender Arzt.

image

Maximal zwei Nächte im Notfall Wattwil: «Medizinisch nicht begründbar»

Der Kanton St. Gallen wollte nicht zahlen, wenn Patienten länger als 48 Stunden im Notfallzentrum der Berit-Klinik bleiben. Das Gericht rügt nun den Kanton.

image

Keine Journalisten im Arztkittel im Spital Wallis

So dreist sind Medienschaffende nicht: Gerüchte, wonach Journalisten in weissen Kitteln versucht hätten, Zugang zu Patienten zu erhalten, erweisen sich als unwahr.