Zürich: Spitalmitarbeiter sabotiert Bettenlifte

Ein Angestellter des Triemlispitals durchtrennt während der Arbeit mehrere Stromkabel an Bettenliften. Nun wurde er dafür verurteilt.

, 10. September 2022 um 20:10
image
Der Logistik-Angestellter des Triemlispitals soll mit dem Dienstplan unzufrieden gewesen sein. | zvg
Im Juni 2020 gegen Ende der ersten Corona-Welle sind im Zürcher Triemlispital an zwei Tagen jeweils mehrere Bettenlifte ausgefallen. Schuld daran ist ein Mitarbeiter, der während dem Dienst mehrere Stromkabel an Bettenliften durchtrennte.
Offenbar war der Mann mit seinem Dienstplan unzufrieden, wie die Nachrichtenagentur «Keystone-SDA» berichtet. Der Vorgesetzte habe den Plan geändert und ihm einen freien Tag gestrichen. Deshalb habe er sich am Spital rächen wollen, heisst es.
Überführt wurde er durch seinen Spital-Badge und seine DNA, wobei die Badge-Registrierungen bei den Liften als eindeutiger Beweis nicht ausreichten.

Patienten gefährdet

Nebst einem Sachschaden von 6'600 Franken wurden gemäss Anklage Patientinnen und Patienten gefährdet, weil diese im Notfall nur eingeschränkt hätten auf andere Stockwerke transportiert werden können.
Das Zürcher Obergericht hat den Mann nun in zweiter Instanz wegen mehrfacher Sachbeschädigung verurteilt. Der 54-jährige Logistik-Mitarbeiter wurde zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 60 Franken verurteilt.
Der Beschuldigte stritt jegliche Vorwürfe ab. Er habe mit der Sache nichts zu tun, sagte er laut Medienbericht vor Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Spital hat ihn inzwischen entlassen, wobei er gegen die Kündigung rekurriert. Eine neue Stelle hat er bisher nicht gefunden.

  • spital
  • triemli
  • stadtspital zürich
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Weg frei für zwei neue Rehakliniken in Zürich

Mit der abgewiesenen Beschwerde des Kantons Thurgau soll die Umsetzung der Rehabilitationskliniken am Stadtspital Zürich Waid und Triemli jetzt «mit Hochdruck» durchstarten.

image

Pharmagelder 2024: Zuwendungen an Schweizer Ärzte steigen leicht

2024 erhielten Ärzte, Spitäler und Fachgesellschaften zusammen 262 Millionen Franken – 16 Millionen mehr als im Jahr davor.

image

Die 10-Prozent-Illusion der Schweizer Spitäler

Eine Betriebsrendite von zehn Prozent galt lange als Überlebens-Formel für Akutspitäler. Womöglich ist dieser Richtwert zu tief. Die Beratungsfirma PwC fordert mehr Effizienz – die Spitäler höhere Tarife.

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

image

Interprofessionelle Visiten auf dem Prüfstand

Die Visiten werden geschätzt, aber nicht alle Beteiligten sind gleich zufrieden. Vor allem die Pflege bemängelt ihre Einbindung und sichtet Verbesserungs-Chancen. Dies zeigt eine Umfrage in Schweizer Spitälern.

image

Stadtspital Zürich verschlankt Leitung und bündelt Departemente

Das Stadtspital Zürich strukturiert um und reduziert seine Leitung ab 2026 von 13 auf 12 Mitglieder. Zwei bisher eigenständige, kleinere medizinische Departemente werden aufgelöst.

Vom gleichen Autor

image

Kantonsspital Glarus verliert GL-Mitglied

Thomas Kühnis, Chef der Finanzen, Informatik und Betriebe, verlässt nach neun Jahren die Geschäftsleitung des Kantonsspitals Glarus.

image

Neue Ärzte-Tarife auf dem Weg zur Genehmigung

Die Tarifpartner beantragen wie geplant die Genehmigung eines Tarifsystems aus ambulanten Pauschalen und Tardoc.

image

Schatten über dem Verkauf des Spitals Flawil

Wurden beim Verkauf des Spitals Flawil die Vertragspartner getäuscht? Mehrere Kantonsparlamentarier verlangen Antworten von der St.Galler Regierung.