Erst Ende Augst war das Kantonsspital Winterthur in die Schlagzeilen geraten, weil dessen CEO Hansjörg Lehmann den Betrieb nach nur einem Jahr per Frühling 2024 verlassen wird .
Medinside berichtete.
Inwiefern die schwierige wirtschaftliche Situation des KSW zu diesem Entscheid beigetragen hat, bleibt offen. Fakt ist: Das Spital Winterthur verzeichnete 2022 den stärksten Anstieg bei den Fallkosten im stationären Bereich im Kanton Zürich. In einem
Interview mit dem «Landboten» nimmt Finanzchef Daniel Imhof nun Stellung. Er gibt vorallem dem Neubau und dem Fachkräftemangel die Schuld.
Neubau und Fachkräftemangel
So habe sich der Fachkräftemangel noch mehr auf die Fallkosten ausgewirkt als die getätigten Investitionen für den Neubau (14,1 Millionen Franken). «Die Kosten des stationären Bereichs verteilten sich im vergangenen Jahr auf weniger Fälle», so Imhof. «Uns fehlte so viel Personal, dass wir zu Spitzenzeiten 80 Betten und in der Folge auch ganze Operationssäle schliessen mussten. So konnten wir 1300 Fälle weniger behandeln als im Vorjahr. Bei insgesamt 28’000 Fällen pro Jahr fallen die Einnahmen, die dem Spital dadurch entgehen, natürlich stark ins Gewicht. Am Schluss resultierte ein Mindererlös von 15,8 Millionen Franken.»
Hoffnung Digitalisierung
Zugleich deklarierte das KSW im letzten Geschäftsbericht einen Verlust von 23,4 Millionen Franken. Aus diesem Defizit herauskommen möchte das Spital Winterthur einerseits durch die baulichen Massnahmen, andererseits aber auch durch Investitionen in die Digitalisierung. «Es handelt sich um Investitionen in die Effizienz, die später wieder ins Plus führen», zeigt sich Imhof optimistisch.