Wallis: Erhöhung des Tarmed-Werts nach neun Jahren

Der Tarmed-Taxpunktwert für die Walliser Arztpraxen wird rückwirkend um drei Rappen erhöht.

, 3. Oktober 2025 um 08:10
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Bild: Leukerbad im Wallis / Daniel R. / Unsplash
Im Kanton Wallis haben sich die Ärztegsellschaft und die Versicherer sich auf eine Erhöhung um drei Rappen auf 85 Rappen geeinigt – dies nach jahrelangen Differenzen. In den letzten drei Monaten des laufenden Jahres können die Praxisärzte sogar 94 Rappen abrechnen – um die vergangenen neun Monate abzudecken. Dies berichtete zuerst die Zeitung «Le Nouvelliste».
Im Wallis lag der Tarmed-Punkt seit neun Jahren bei 82 Rappen – der tiefste Wert im Land. Es folgte ein langer Rechtsstreit, weil sich Versicherer und Leistungserbringer nicht einigen konnten. Im Januar erhöhte der Staatsrat den Wert für die ambulanten Spital-Leistungen von 87 auf 89 Rappen. Offen blieb aber die Frage der selbstständigen Ärzte.

Begrenzte Rückwirkung

Für die Einigung mussten die Walliser Ärzte eine ihrer Forderungen verzichten: Die Rückwirkung, so ihr Anliegen, sollte auch für den Zeitraum 2017 bis 2024 gelten. «Die Mitglieder des Walliser Ärzteverbands haben ein enormes Opfer zugunsten der Patienten gebracht, indem sie auf den Grossteil der Rückzahlungen verzichtet haben», sagte Pierre Arnold, Neurologe und Präsident des Ärzteverbands, gegenüber dem «Nouvelliste».
Trotz der Erhöhung dürfte die Vergütung der Walliser Ärzte unter jenem der anderen Westschweizer Kantone liegen – auch wenn der Gebirgskanton mit einem Mangel an Grundversorgern konfrontiert ist.
Der nächste Schritt ist die Bestätigung der Vereinbarung durch den Kanton, was in diesem Fall nur eine Formalität sein dürfte.
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