Das Wallis sucht seine Kantonspflegefachperson

Die Funktion der Kantons-'Nurse' gibt es inzwischen viermal in der Schweiz, in Genf wird darüber debattiert. Und das Wallis befindet sich in der Rekrutierungsphase.

, 18. Juni 2025 um 06:57
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Sion, Hauptstadt des Wallis  |  Bild: Malik Bâ / Unsplash
Vier Kantone haben inzwischen eine besondere Stelle für die Anliegen der Pflege. Davon sind zwei in der Romandie, nämlich das Waadtland und das Wallis, sowie zwei in der Deutschschweiz, nämlich Luzern und St. Gallen mit dem Dienst für Pflege und Entwicklung.
Waadt war der erste Kanton, der 2022 eine «Infirmière cantonale» anstellte. Die Position ist dem Gesundheitsdepartement unterstellt – und unabhängig vom kantonsärztlichen Dienst.
Ebenfalls 2022 übersandte das Walliser Kantonsparlament dem Staatsrat eine Motion, welche die Schaffung einer ähnlichen Stelle forderte. In der Antwort der Kantonsregierung hiess es, dass solch eine «Kantonspflegefachperson» tatsächlich nötig sei und die neue Stelle im Budget 2024 vorgesehen werde.
Die Lage könnte sich auch andernorts ändern: Im Grossen Rat von Genf wurde im November 2024 eine Motion zur Schaffung einer solchen Stelle eingebracht. Das Anliegen wird momentan geprüft.

80 bis 100 Prozent

Marc Saudan (von der Pierre-Maudet-Partei Libertés et Justice Sociale) hat die Initiative eingebracht; er sieht im Anliegen eine Fortssetzung der Pflegeinitiative: Eine Infirmière cantonale wäre ein wichtiges Bindeglied im Kampf gegen den Personalmangel oder bei der Bewältigung von Herausforderungen wie der Alterung der Bevölkerung.
Nun befindet sich der Kanton Wallis mitten in der Rekrutierungsphase für seine «Kantonale Pflegefachfrau / Kantonaler Pflegefachmann», zu 80 bis 100 Prozent. Es sei eine Bezugsperson innerhalb der Verwaltung und werde eine zentrale Verantwortung tragen. Dabei gehe es um Fragen der Ausbildung und der Attraktivität des Berufs und um die Förderung der Pflegeberufe in der Öffentlichkeit.
Die gesuchte Person werde auch für die Koordinierung von Kontrollen und Gutachten zuständig sein. Schliesslich soll sie den Dienst in Dachorganisationen sowie kantonalen, regionalen und eidgenössischen Instanzen vertreten.
Die Kandidaten sollten über einen Fachhochschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss oder über einen Master in Pflege oder in öffentlicher Gesundheit verfügen.
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