US-Preisverhandlungen: Diese 15 Medikamente sind nun im Visier

Das Medicare-Programm überprüft erneut die Preise teurer Medikamente. Ziel ist, die Kosten für US-Patienten zu senken. Womit nebenbei auch der Schweizer Markt unter Druck kommen könnte.

, 29. Januar 2026 um 06:22
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Donald Trump mit Vertretern der internationalen Pharma-Industrie, 19. Dezember 2025 | Bild: The White House.
Die US‑Regierung hat die Liste von Medikamenten veröffentlicht, über deren Preise neu verhandelt wird: Bei 15 wichtigen Arzneimitteln werden tiefere Preise angestrebt. Konkret geht es um das Medicare Drug Price Negotiation Program, bei dem ausgewählte Arzneimittel unter die Lupe genommen werden.
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Zu den 15 Medikamenten, die nun untersucht werden, gehören Präparate wie Anoro Ellipta (COPD‑Inhalator, GSK), Biktarvy (HIV, Gilead), Botox (AbbVie) oder Kisqali (Brustkrebs, Novartis). Rund 1,8 Millionen Menschen nutzen die ausgewählten Mittel im Rahmen des staatlichen Medicare-Programms.
Diese periodischen Preistests ähneln den Arzneimittelüberprüfungen des BAG; das Verfahren ist auch in den USA nicht ganz neu. Dies neue Runde ist die dritte seit dem Start 2022.
Relevant ist die Liste aber, weil der Preisdruck in den USA bei den betroffenen Herstellern Preissteigerungen in Europa auslösen könnte, also auch in der Schweiz. Denn hinzu kommt, dass die Trump‑Regierung ein «Most Favored Nation»-Pricing einführen will: Dabei werden die US‑Preise an die niedrigsten Preise in anderen Industrieländern gekoppelt – und auf der Vergleichsliste steht auch die Schweiz.
Am Ende, so das Ziel von Donald Trump, sollen die US‑Patienten maximal gleich viel bezahlen wie (unter anderem) die Patienten in der Schweiz. Deshalb haben die Pharmafirmen jedes Interesse daran, die Referenzpreise hierzulande anzuheben.
Die neuen Preise der jetzt kontrollierten Arzneimittel sollen ab 2028 gelten.
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