In Basel-Stadt und Basel-Landschaft gibt es Spannungen um die Spitalplanung. Die beiden Gesundheitsdirektoren, Lukas Engelberger (Basel-Stadt) und Thomi Jourdan (Baselland), wollen künftig statt gleichlautender nur noch «koordinierte» Spitallisten einführen.
Das könnte die bisher freie Wahl des Spitals über die Kantonsgrenzen hinweg einschränken – und sorgt bei Krankenkassen und Spitälern für Kritik.
Der Krankenkassenverband Prioswiss bezeichnet den geplanten Systemwechsel als problematisch. In seiner
Stellungnahme schreibt der Verband: «Sich nun aber aufgrund dieser Verlagerungstendenzen von gleichlautenden Spitallisten abzuweenden, ist aus Sicht prio.swiss der falsche Ansatz.» Auch die Gefahr von «Doppelspurigkeiten von teurer Infrastruktur» sei nicht zu unterschätzen, und die Prämien- und Steuerzahlenden würden «weiterhin übermässig belastet».
Prioswiss fordert deshalb: Beide Kantone sollten wieder enger zusammenarbeiten und die gleichlautenden Spitallisten fortführen. Nur so könnten Qualität, Spezialisierung und Kosten im Griff bleiben. Dabei müsse klar zwischen spezialisierten Leistungen am USB und der Grundversorgung am KSBL unterschieden werden.
Wie die «Basler Zeitung» berichtet, meldet auch die Vereinigung Nordwestschweizerischer Spitäler Bedenken an. Sie warnen: Eine Aufgabe der vollen Patientenfreizügigkeit «wäre ein Rückschritt in der regionalen Gesundheitspolitik und für die Wahlfreiheit der Bevölkerung». Die Patientenströme müssten «berücksichtigt» und nicht «untergraben» werden.
USB für bestimmte Leistungen ausschliessen
Heute lassen sich viele Baselbieter Patienten im Universitätsspital Basel (USB) behandeln – dort sind die Behandlungen allerdings teurer als am Kantonsspital Baselland (KSBL).
Solange die volle Patientenfreizügigkeit zwischen den beiden Kantonen gilt, hat Basel-Landschaft kaum Möglichkeiten, diese Mehrkosten zu begrenzen. Mit den geplanten «koordinierten Spitallisten» könnte Baselland das USB für bestimmte Leistungen ausschliessen.