Nun lässt der Bund das Kostenwachstum bei den Krankenkassen-Leistungen überwachen

In einem Monat beginnt die Kommission für das Kosten- und Qualitätsmonitoring EKKQ, die Preisentwicklung im Gesundheitswesen zu beobachten.

, 26. November 2025 um 13:09
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Symbolbild: Jakub Żerdzicki auf Unsplash
Um das Kostenwachstum in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) einzudämmen, legt der Bundesrat bis Ende 2026 Kosten- und Qualitätsziele für die Jahre 2028–2031 fest. Unterstützt wird er dabei von einer neuen Kommission für das Kosten- und Qualitätsmonitoring in der OKP, der EKKQ. Diese nimmt in einem Monat ihre Arbeit auf.
Bei der Festlegung der Kostenziele orientiert sich der Bundesrat an den Kosten, die zur Deckung des medizinischen Bedarfs notwendig sind, um eine angemessene, qualitativ hochwertige und gleichzeitig möglichst kostengünstige Versorgung zu gewährleisten. Neben einem Globalziel werden auch Ziele nach Kostengruppen festgelegt: Stationäre Behandlungen, ambulante Behandlungen im Spital oder ausserhalb des Spitals, Medikamente und Pflege in einem Pflegeheim oder zu Hause.

Gesundheitsökonom Simon Wieser leitet Kommission

Die neunköpfige Eidgenössische Kommission für das Kosten- und Qualitätsmonitoring in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (EKKQ) wird von Simon Wieser, Professor und Leiter des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie, präsidiert.
Die EKKQ wird die Entwicklung in den einzelnen Leistungsbereichen auf der Grundlage bereits vorhandener Daten beobachten und soll nach den Gründen für Kostensteigerungen in den einzelnen Kostengruppen forschen. Sie wird Empfehlungen zu den Massnahmen abgeben.
Die Einführung von Kostenzielen war vom Parlament am 29. September 2023 als indirekter Gegenvorschlag zur Kostenbremse-Initiative angenommen worden. Diese wurde vom Volk am 9. Juni 2024 abgelehnt. An seiner Sitzung vom 26. November 2025 hat der Bundesrat beschlossen, den indirekten Gegenvorschlag und die Ausführungsbestimmungen auf Verordnungsstufe per 1. Januar 2026 in Kraft zu setzen.
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