Die Rolle der Pflegeexpertinnen und -experten mit Masterabschluss, der so genannten Advanced Practice Nurses (APN), ist in der Schweiz noch nicht gesetzlich verankert. Das wird sich bald ändern.
Nun fürchtet aber Spitex Schweiz, dass die gut ausgebildeten APN vor allem Aufgaben in Arztpraxen übernehmen werden – und die Spitex-Organisationen zu kurz kommen. Dabei ist für Marianne Pfister, die Co-Geschäftsführerin von Spitex Schweiz, klar: Die APN sind auch für die Spitex-Arbeit im häuslichen Umfeld wichtig.
«Bei der Spitex übernehmen APN anspruchsvolle Aufgaben in der medizinischen Beurteilung, in der Versorgung von Menschen mit komplexen chronischen Erkrankungen sowie in der Koordination und Prävention», betont die Spitex in einer Mitteilung.
APN-Tarif in der Spitex: Noch ungeklärt
Was die Spitex stört: «Die Abrechnung der APN-Leistungen, insbesondere in der Spitex, bleibt bislang ungeklärt. Die bisherigen Finanzierungsvorschläge konzentrieren sich primär auf Tätigkeiten von APN innerhalb von Arztpraxen.»
Damit die Spitex auch APN einsetzen kann, verlangt sie eine Finanzierung, welche unabhängig davon ist, ob die besser ausgebildeten Pflegefachleute ihre Leistungen in Arztpraxen, Pflegeheimen, Spitälern oder eben bei den Menschen zu Hause erbringen.
Spitex Schweiz fordert deshalb vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass die Leistungen der APN unabhängig vom Arbeitgeber gleichwertig abgerechnet werden können. Die APN-Leistungen bei der Spitex sollen zudem bei der weiteren Umsetzung der Pflegeinitiative explizit berücksichtig werden.
Nationalrätin Ursula Zybach, Vorstandsmitglied von Spitex Schweiz, hat eine ähnlich lautende
Interpellation eingereicht, die den Bundesrat dazu auffordert, die Gleichbehandlung von APN-Leistungen in allen Versorgungsbereichen sicherzustellen.
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