Pro Senectute Zürich: Spitex vor dem Aus

Die Stiftung stoppt «Pro Senectute Home». Das Modell mit kombinierter Haushalts- und Pflegeunterstützung sei finanziell nicht tragfähig. Rund 80 Angestellte sind betroffen.

, 12. September 2025 um 15:12
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KI-Symbolbild: Medinside mit Midjourney
Die Pro Senectute Kanton Zürich will das Angebot «Pro Senectute Home» zum Jahresende einstellen. Die Spitex-Dienstleistung wurde an der Schnittstelle zwischen Haushalts- und Pflegeleistungen konzipiert, um Kunden durch eine integrierte Betreuung zu unterstützen – mit derselben Fachperson für hauswirtschaftliche und einfache pflegerische Aufgaben.
Dieses Modell habe sich zunehmend als finanziell nicht tragfähig erwiesen, teilt die Stiftung mit: «Die öffentlichen Beiträge für private Organisationen sind seit längerem unter Druck und sinken vor allem in der Grundpflege. Trotz umfassender Effizienzsteigerungen konnte die Wirtschaftlichkeit der Dienstleistung, unter Berücksichtigung der bestehenden Qualität und sozial attraktiven Anstellungsbedingungen für die Mitarbeitenden, nicht mehr gewährleistet werden.»
Die Einstellung betrifft rund 185 Kundinnen und Kunden beziehungsweise 80 Angestellte, die mehrheitlich in Teilzeit arbeiten; sie sollen möglichst in eine Partner-Spitex wechseln.
«Dieser Schritt fällt uns nicht leicht», sagt Véronique Tischhauser-Ducrot, Vorsitzende der Geschäftsleitung: «Pro Senectute Home ist ein relevantes Angebot für ältere Menschen, welches wir mit grossem Engagement aufgebaut haben.»
Pro Senectute Kanton Zürich will sich nun stärker wieder auf ihre Kernkompetenz fokussieren – die soziale Arbeit für ältere Menschen im Kanton Zürich.
  • spitex
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