18 Prozent tiefere Betreuungskosten: Genf etabliert neues Reha-Modell

Der Kanton Genf verlängert und erweitert einen Test zur Rehabilitation in der Chirurgie. Dabei werden Spitalpflege und häusliche Betreuung verwoben werden.

, 17. September 2025 um 01:00
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Pierre Maudet (Staatsrat), Frédéric Triponez (Chefarzt HUG) Antoine Bazin (Spitex Imad), vlnr, bei der Präsentation von RAC. | Bild: PD GE
Der Kanton Genf erachtet die Ergebnisse seines Pilotprojekts «RAC» als erfreulich und will Angebot nun institutionalisieren. RAC steht für «Réhabilitation améliorée en chirurgie et en réseau», also in etwa «Bessere Reha in einer vernetzten Chirurgie». Durch eine ausgefeilte Verzahnung von Operation, Spitalbetreuung und häuslicher postoperativer Betreuung sollen spätere Komplikationen reduziert und zugleich die Ressourcen optimiert werden.
Betreut werden dabei gebrechliche Patientinnen und Patienten, die vor und nach einem chirurgischen Eingriff eine intensivere Betreuung benötigen. Sie sollen von einer koordinierten Betreuung zwischen ihrem Zuhause und dem Spital profitieren. Verzahnt werden:
  • häusliche Prähabilitation,
  • der Spitalaufenthalt,
  • anschliessend die koordinierte Rehabilitation daheim.
Die Ergebnisse der vom Universitätsspital Genf durchgeführten Beobachtungsstudie sind deutlich: «Dieser Weg ermöglicht eine Verkürzung des Spitalaufenthalts, einen klaren Rückgang der Wiedereintritte und eine Einsparung von 17,8 Prozent bei den Betreuungskosten», meldet die Kantonsspitalgruppe HUG.
Ursprünglich für bestimmte Darm-, Lungen- und Hüftoperationen eingeführt, wird das Angebot nun auch erweitert auf Eingriffe bei Leber und Bauchspeicheldrüse. Die Liste soll demnächst auf Operationen an der Speiseröhre und später auch auf andere Organe ausgeweitet werden.
Getragen wird die RAC vom kantonalen Gesundheitsamt, vom Universitätsspital Genf (HUG) vom kantonalen Spitex-Dienst IMAD.
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