Das Spital Bülach hat seine Palliativpflege verlegt. Die Abteilung ist nun in einem Fertig-Modul-Anbau aus Holz untergebracht, der mit dem Spital verbunden ist. Der Pavillon konnte vom Spital Langenthal gebraucht übernommen werden.
In den zehn Patientenzimmern stehen zwölf Betten zur Verfügung – das sind vier mehr als bisher. Auch die Zahl der Pflegestellen wird von 9 auf 14 erhöht. Ausserdem gibt es neu eine mit 60-Prozent dotierte Oberarzt-Stelle.
Im neuen Anbau (orange) ist das Palliativ-Zentrum untergebracht. | PD
Weniger hektisch
Im Anbau hat es nicht nur mehr Platz. Die Atmosphäre sei auch weniger hektisch als im Hauptgebäude, sagt Manuela Hitz, Leiterin Palliativpflege, gemäss einer Mitteilung des Spitals.
Das Spital Bülach behandelt pro Jahr rund 200 Palliativ-Patienten, also Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder chronisch fortschreitenden Krankheiten mit reduzierter Lebenserwartung.
Mehr Betagte im Unterland
Im Vergleich zu den übrigen Regionen im Kanton Zürich leben im Zürcher Unterland überdurchschnittlich viele betagte Menschen, wie das Spital schreibt. Deshalb steige der Bedarf an Betreuung am Lebensende.
Mirko Thiene, der Leitende Arzt am Palliativ-Zentrum, stellt zwei Vorurteile bei der Palliativpflege richtig: Erstens gehe es nicht ausschliesslich ums Sterben. Und zweitens könnten die Menschen nicht so lange bleiben, wie sie wollten.
Nur 40 Prozent bleiben
Ein Aufenthalt auf der Palliativ-Abteilung dauere in der Regel eine bis drei Wochen. Ausserdem gingen 60 Prozent der Patienten wieder nach Hause oder in ein Heim.
Das Durchschnittsalter der Patienten beträgt 76 Jahre – allerdings mit grosser Bandbreite. Letztes Jahr reichte sie von 23 bis 102 Jahre.